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Ministerin Lemke bedauert längere Reaktor-Laufzeiten in Belgien

Ministerin Lemke bedauert längere Reaktor-Laufzeiten in Belgien
19.03.2022 17:40:38

BERLIN (dpa-AFX) - Bundesumweltministerin Steffi Lemke hat die geplante Laufzeitverlängerung zweier Atomreaktoren in Belgien bedauert und die generelle Abkehr von der Kernenergie in Deutschland bekräftigt. Sie gehe selbstverständlich davon aus, dass Belgien frühzeitig eine grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfung für die Meiler Tihange 3 und Doel 4 einleiten werde, sagte die Grünen-Politikerin am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Dabei gelte es auch, Sorgen der Bevölkerung in der grenznahen Region rund um Aachen ernst zu nehmen.

Für Deutschland seien die Pro- und Contra-Argumente zur Frage einer AKW-Laufzeitverlängerung in den vergangenen Wochen gründlich abgewogen worden, sagte Lemke. "Das Ergebnis war eindeutig: Einem kleinen Beitrag zur Energieversorgung stünden große wirtschaftliche, rechtliche und sicherheitstechnische Risiken entgegen. Das wäre weder sinnvoll noch vertretbar."

Die Ministerin betonte: "Gerade in einer Krisenzeit wie dieser halte ich eine Laufzeitverlängerung aus Sicherheitsgründen für nicht vertretbar. Sie kann uns sogar verwundbarer machen." Die große weltweite Sorge um die AKW-Sicherheit in der Ukraine führe allen gerade das potenzielle Schadensausmaß von Atomkraftwerken dramatisch vor Augen. "Wir befinden uns in einer Situation, in der wir unsere Energieversorgung sehr schnell krisenfest machen müssen. Das machen wir durch einen beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien."

Mit Blick auf Belgien erläuterte Lemke, sie sei erleichtert, dass zumindest die fünf ältesten Blöcke der Atomkraftwerke Tihange und Doel bis 2025 endgültig abgeschaltet würden. "Hingegen bedauere ich die Entscheidung der belgischen Regierung, zwei ihrer sieben Reaktoren über die geplante Laufzeit von 2025 hinaus um weitere zehn Jahre bis 2035 laufen zu lassen." Auch wenn es wünschenswert sei, dass AKWs generell nicht über ihre Auslegungsbetriebsdauer hinaus genutzt würden, entschieden die EU-Mitgliedstaaten selbstverständlich souverän über ihre nationale Energiepolitik, fügte Lemke hinzu.

Die belgische Regierung hatte am Freitagabend mitgeteilt, Block 3 des Atomkraftwerkes Tihange nahe der deutschen Grenze und Block 4 des Kraftwerkes Doel bei Antwerpen zehn Jahre länger laufen zu lassen. Durch die Verschiebung des Atomausstiegs will Belgien auch angesichts des Ukraine-Krieges und zuletzt stark gestiegener Energiepreise seine Energiesicherheit gewährleisten. Die geplante Laufzeitverlängerung muss noch mit dem Betreiber Engie (Engie (ex GDF Suez)) ausverhandelt werden./sam/DP/stk

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