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Morphosys-Aktie und Co.: Heiße Übernahmespekulationen fürs Depot

Morphosys-Aktie und Co.: Heiße Übernahmespekulationen fürs Depot

WKN: 663200 ISIN: DE0006632003 MorphoSys AG

102,00 EUR
4,90 EUR 5,05 %
20.06.2018 - 17:35
16.03.2018 03:20:00

In den ersten Wochen des Jahres wurden so viele Unternehmen eingekauft wie seit Anfang des Jahrtausends nicht mehr. Auf welche deutschen Nebenwerte Anleger jetzt setzen sollten. Von Tobias Schorr, Jörg Lang und Lars Winter

Das Warten hat sich gelohnt: Die Übernahme des Generikaherstellers Stada ist geglückt, Aktionäre sind obenauf. Zumindest diejenigen, die genügend Sitzfleisch mitbrachten. Innerhalb von zwei Jahren kletterte der Kurs der Aktie um das Dreifache auf knapp 90 Euro. Jahrelang hatte der Titel vor sich hingedümpelt - bis Übernahmegerüchte ihn aus dem Dornröschenschlaf erweckten.



Unterschiedliche Bieter, Nachbesserungen des Angebots und letztlich die Zustimmung für einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag trieben den Kurs zuletzt auf ein Allzeithoch. Und das, obwohl das aktuelle Angebot lediglich bei 74,40 Euro je Aktie lag. Anleger, die das Angebot nicht annehmen, erhalten eine jährliche Ausgleichszahlung von 3,82 Euro. Die Wette: Die Eigner Bain und Cinven bessern nach. Immer noch ist etwa der berüchtigte Finanzinvestor Paul Singer mit rund 15 Prozent an den Hessen beteiligt. Schon vor Wochen hat er den Finanzinvestoren ein höheres Angebot entlockt. Derzeit halten Bain und Cinven rund 65 Prozent der Anteile. Bis zu einem möglichen Squeeze-out wäre also noch ein weiter Weg zu gehen.


Die Parameter dafür, dass sich das Übernahmekarussell weiterdreht, passen: Ein solides konjunkturelles Umfeld, steigende Börsen und weiterhin niedrige Zinsen in Europa sorgen dafür, dass der Übernahmehunger von Finanzinvestoren und Strategen längst nicht gestillt ist. Schon das Jahr 2017 war für Zusammenschlüsse und Übernahmen, auch Merger & Acquisitions (M & A) genannt, ein sehr gutes.

Laut Ergebnissen der aktuellen M & A Insights der Kanzlei Allen & Overy belief sich das Dealvolumen, an dem deutsche Unternehmen beteiligt waren, auf 181,4 Milliarden Dollar. Seit 2011 gab es nur ein stärkeres Jahr. Ein Ende des Übernahmeeifers ist nicht in Sicht: "In den ersten vier Wochen des Jahres 2018 hatten wir den besten M & A-Start in Europa seit 2000", sagt Dirk Sammüller, Portfoliomanager bei TBF Global Asset Management. Seit mehr als einem Jahrzehnt beschäftigt er sich mit Unternehmen in Sondersituationen. Angaben von Bloomberg stützen seine Aussage. So liegt das Volumen angekündigter Übernahmen in den ersten drei Wochen des Jahres weltweit bei 152,2 Milliarden Dollar - so hoch wie seit 2000 nicht mehr. "Zu Jahresbeginn sah es so aus, als ob die Börsen immer weiter steigen und die Volatilität keine Rolle mehr spielt", sagt Sammüller. Das hat sich inzwischen etwas verändert. Die Schwankungen an der Börse sind zurückgekehrt. Doch hat sich an den guten Fundamentaldaten wenig geändert.

Taschen voller Geld



Viele Investoren wissen nicht, wohin mit dem Geld. Sollen sie es ausschütten, ins Unternehmen stecken oder vielleicht doch lieber für Übernahmen nutzen? Bei Strategen und Finanzinvestoren ist der Anlagedruck groß. Nach wie vor sind die Kassen der Private-Equity-Häuser prall gefüllt. Im Jahr 2017 haben diese nach Angaben des Datendienstleisters Preqin 453 Milliarden Dollar eingesammelt - so viel wie noch nie. Nach Untersuchungen der Beratungsgesellschaft Roland Berger erwartet die Private-Equity-Branche auch für das Gesamtjahr 2018 mehr M & A-Transaktionen. Viele chinesische Investoren machten sich in den vergangenen Jahren auf den Weg nach Deutschland, um nach passenden Zielen zu suchen. Vor allem kleineren Firmen bietet das Chancen: "Ein chinesischer Investor, der dort Türen öffnet, kann sehr hilfreich sein", sagt Christof Huth, Partner und Leiter des Investor Support-Teams bei Roland Berger. Auch Kuka-Chef Till Reuter ist sich sicher, dass ihm durch den Verkauf an den chinesischen Haushaltsgerätehersteller Midea das Tor zu einem gigantischen Markt eröffnet wurde. Noch nie haben Chinesen so viel Geld für Transaktionen in Deutschland ausgegeben wie im vergangenen Jahr. Nach Berechnungen der Beratungsfirma EY lag das Transaktionsvolumen bei 13,7 Milliarden Dollar.

Gefragt sind Unternehmen in Branchen, die schnell wachsen oder in denen Know-how benötigt wird, etwa im Gesundheitssektor oder in der Technologiebranche. "Dort sitzen die Konzerne mit den tiefen Taschen", sagt Fondsmanager Sammüller. Wie tief die sind, zeigt der Übernahmekampf der Chipkonzerne Broadcom und Qualcomm. Nach aktuellem Angebot würde sich der Deal auf insgesamt 146 Milliarden Dollar belaufen. Zuletzt reduzierte Broadcom das Angebot, weil sich Qualcomm den Halbleiterspezialisten NXP einverleiben will und dafür den Preis angehoben hat. Vor allem wohl, um die drohende Übernahme zu verhindern.

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