Damit ist eine der wichtigsten Forderungen von MTU-Chef Reiner Winkler erfüllt, der zuletzt eine gleichberechtigte Partnerschaft mit den Franzosen angemahnt hatte. Bis Ende 2021 soll nun ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet werden, an dem die Franzosen und MTU jeweils 50 Prozent halten. Darüber sollen Entwicklung, Produktion und Instandhaltung des Kampfjets gesteuert werden.

Der neue Kampfjet, dessen Entwicklung Deutschland und Frankreich 2017 beschlossen hatten, soll ab 2040 einsatzbereit sein und den Eurofighter und die Rafale ablösen. MTU und Safran hatten bereits im Februar eine Absichtserklärung unterzeichnet, danach war es aber zum Streit gekommen. "Das Ganze hängt ein wenig", hatte Winkler Ende Oktober gesagt. Die Rollenverteilung verschaffe MTU keine gleichberechtigte Basis mit Safran. Auch die deutsche Politik war dem Münchner Luftfahrt-Zulieferer zur Seite gesprungen.

"Mit dieser Vereinbarung unterstreichen Safran Aircraft Engines und MTU Aero Engines ihre Bereitschaft, das Programm effizient zu führen. Grundlagen dafür sind eine Partnerschaft auf Augenhöhe und klare Verantwortlichkeiten", erklärten die zuständigen Manager Olivier Andries (Safran) und Michael Schreyögg (MTU). Nur in der allerersten Phase des Forschungs- und Technologie-Programms übernimmt Safran die Federführung des Projekts, MTU fungiert als Auftragnehmer. Später ist Safran für die Auslegung und Integration des Triebwerks zuständig, MTU für alle Themen rund um die Instandhaltung.

Deutschland und Frankreich wollen neben dem neuen Kampfjet auch einen neuen Kampfpanzer entwickeln, streiten aber seit Monaten über die Aufteilung der Arbeitsanteile für die beiden auf ein Volumen von mehr als 100 Milliarden Euro geschätzten Großprojekte. Beim Jet, der Schätzungen zufolge etwa 90 Prozent der Gelder verschlingen dürfte, hat Frankreich mit Dassault die Federführung, aber auch Airbus soll hier maßgeblich profitieren. Beim Kampfpanzer hat Deutschland die Führung. Deutsche Politiker argwöhnten aber, Berlin könnte sich bei den Vorhaben von der Regierung in Paris über den Tisch ziehen lassen und weniger als die Hälfte der lukrativen Arbeitsanteile für die heimische Industrie sichern.

rtr