Bisher war bei einer breiteren Spanne höchstens mit Zuwächsen von 50 Prozent gerechnet worden. "Wir haben unser Wachstumstempo in der DACH-Region nochmals gesteigert und sind bei der internationalen Expansion sehr gut vorangekommen. Wir sind jetzt in Spanien, Norwegen und kürzlich in Italien gestartet. Zudem läuft es in unserer Technologiesparte rund", sagte Firmenchef Tarek Müller.

Am Aktienmarkt kam die Zuversicht gut an. Der Anteilsschein legte bis zu 3,5 Prozent auf 24,20 Euro zu. Der Ausgabepreis beim Börsengang im Juni, der About You mit knapp vier Milliarden Euro bewertete, hatte bei 23 Euro gelegen. Zeitgleich mit dem Aufstieg des Berliner Konkurrenten Zalando vergangene Woche in den deutschen Leitindex Dax, waren die Hamburger in den SDax gekommen. "Wir haben drei Digitalunternehmen der neuen Generation im Dax. Das zeigt, was aus Deutschland heraus möglich ist", sagte Müller.

Im zweiten Geschäftsquartal zu Ende August kletterten die Erlöse des in 26 Märkten aktiven Unternehmens nach vorläufigen Zahlen um maximal 55 Prozent auf höchsten 400 Millionen Euro. Das ist weniger als im ersten Quartal, als sich das Plus auf mehr als 65 Prozent belief. Endgültige Zahlen will die Otto-Tochter, die mehr als 30 Millionen Kunden zählt, am 9. November veröffentlichen. Dann wird es auch mehr Informationen zum Geschäft der immer wichtiger werdenden Technologiesparte geben, die Infrastrukturlösungen an andere Firmen verkauft.

Wegen der hohen Investitionen in den Ausbau des Geschäfts schreibt About You weiterhin rote Zahlen. Von Juni bis August weitete sich der bereinigte Betriebsverlust leicht auf maximal 16 Millionen Euro aus. Für das Gesamtjahr wird mit einem bereinigten Betriebsverlust (Ebitda) von etwa 70 Millionen Euro gerechnet. "Wir werden in Süd- und Nordeuropa unsere Marketingaktivitäten vor dem Weihnachtsgeschäft hochfahren. In dieser Zeit kaufen Kunden teurere Kleidung wie Jacken und Co. Das ist die beste Phase, um sich als Online-Shop der Bevölkerung vorzustellen. Da muss man erstmal kräftig hineininvestieren", sagte Müller.

rtr