Während der Nasdaq-Composite-Index derzeit von Rekord zu Rekord eilt, bewegt sich die Oracle-Aktie aktuell unter dem vor zwei Monaten markierten Rekordhoch von 61,46 Dollar. Vielleicht erhält der Titel im Vorfeld oder auch nach der Bekanntgabe aktueller Quartalszahlen neue Impulse. Die Analystenprognosen sehen gar nicht schlecht aus und wurden in den vergangenen drei Monaten nach oben revidiert. Auf Basis der Daten von FacSet Research ging es zum Beispiel mit den Konsenserwartungen für das abgelaufene Quartal (Q2 2021) von 0,94 auf 1,00 Dollar pro Aktie signifikant bergauf. Ähnlich positiv haben sich auch die Prognosen für das derzeit laufende Quartal entwickelt. Hier wurde auf Sicht von drei Monaten ein Anstieg von 1,01 auf 1,04 Dollar pro Aktie registriert. Auch auf Jahressicht kann sich der Trend sehen lassen, schließlich kann die Firma für die Geschäftsjahre 2019 und 2020 - trotz rückläufiger Umsätze - Gewinnzuwächse ausweisen. Besonders kräftig nach oben ging es mit dem Gewinn pro Aktie im Jahr 2019. Gegenüber dem Vorjahr war damals ein Plus von 229 Prozent erzielt worden.

Mit Blick auf die von Analysten ausgesprochenen Ratings überwiegen derzeit ganz klar die neutralen Urteile. Von insgesamt 28 erfassten Analystenmeinungen stuft eine große Mehrheit (15) den Wert lediglich als Halteposition (Hold) ein. Neun Analysten sehen die Aktie als Kauf (Buy) und zwei raten zum Übergewichten (Overweight). Mit Blick auf die pessimistisch gestimmten Experten gibt es keine einzige Verkaufsempfehlungen (Sell) zu erwähnen, während zweimal zum Untergewichten (Underweight) geraten wird. Die Spanne der abgegebenen Kursziele geht allerdings weit auseinander und reicht von 50 bis 115 Dollar. Daraus ergibt sich ein Durchschnittswert von 65,34 Dollar. Am gestrigen Montag kostete die Oracle-Aktie 59,80 Dollar.

Ein Aspekt, der eher zur Vorsicht mahnt, liefert die Entwicklung der Insideraktivitäten. In den vergangenen 90 Handelstagen wurden per Saldo (abzüglich Käufe) Oracle-Aktien im Gegenwert von über 19 Millionen Dollar verkauft. Käufe gab es lediglich in sporadischer Form zu beobachten. Besonders interessant: über 38 Prozent des Oracle-Streubesitzes liegt in den Händen von Insidern. Dies liegt vor allem am XXL-Aktienpaket von Unternehmensgründer Larry Ellison. In seinem Besitz befinden sich aktuell mehr als 1,1 Milliarden Oracle-Aktien, was einer Beteiligungsquote von über 36 Prozent entspricht.

Hier zu Lande dürfte das Zahlenwerk auch von SAP-Aktionären mit Argusaugen verfolgt werden, schließlich herrscht zwischen beiden Anbietern von Unternehmenssoftware eine starke Rivalität. Im Corona-Jahr 2020 lief es bei Oracle deutlich besser als bei SAP, was sich auch an der Performance der beiden Softwaretitel sehr gut ablesen lässt. Während der DAX-Titel bislang über 14 Prozent an Wert verloren hat, erzielte der US-Konkurrent im selben Zeitraum ein Plus von über fünf Prozent. Ende Januar bietet den Managern von SAP die Möglichkeit, mit ihren Quartalszahlen die Investoren zu begeistern.

Charttechnik: Neues Rekordhoch in Reichweite


Während des Corona-Crashs im März fiel der Rebound ähnlich dynamisch aus wie der Kurssturz auf das Dreijahrestief von 39,80 Dollar. Positiv hervorzuheben ist aus charttechnischer Sicht das nachfolgende Überwinden der langfristigen 200-Tage-Linie nach oben und deren Wechsel vom Abwärtstrend in eine Aufwärtsbewegung. Aktuell verläuft dieser wichtige Timingindikator unterhalb von 55 Dollar. Ein Unterschreiten hätte zugleich das Verletzen einer signifikanten Unterstützungszone zur Folge und könnte nachfolgend chartinduzierte Verkäufe generieren. Den Blick nach oben gerichtet, wird die charttechnische Luft ab 60 Dollar zusehends dünner. Ohne eine positive Überraschung am Donnerstag dürfte das Überwinden der in diesem Bereich angesiedelten Widerstände daher ein ausgesprochen schwieriges Unterfangen werden.