Original-Research: Greiffenberger AG (von GBC AG): unter Beobachtung

Original-Research: Greiffenberger AG (von GBC AG): unter Beobachtung

WKN: 589730 ISIN: DE0005897300 Greiffenberger AG

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27.02.2020 - 08:03
05.07.2016 17:02:39

Original-Research: Greiffenberger AG - von GBC AG

Einstufung von GBC AG zu Greiffenberger AG

Unternehmen: Greiffenberger AG

ISIN: DE0005897300

Anlass der Studie: Researchstudie (Anno)

Empfehlung: unter Beobachtung

Kursziel: ausgesetzt

Letzte Ratingänderung: -

Analyst: Felix Gode, CFA

Vor dem Hintergrund der unter den Erwartungen liegenden

Geschäftsentwicklung im 2. HJ 2015 - insbesondere bei ABM - sowie der damit

verbundenen Prognoseanpassung im November 2015 hatte die Greiffenberger AG

ihre Finanzierungspartner darüber informiert, dass die vereinbarten

Finanzkennzahlen des Konsortialdarlehensvertrags zum 31.12.2015 aller

Voraussicht nach nicht eingehalten werden können.

In Folge dessen wurde mit den Finanzierungspartnern die Erarbeitung eines

Konzepts zur Sicherung der Fortführung der Geschäftsaktivitäten vereinbart,

das neben der Verbesserung der Liquiditätssituation insbesondere zu einer

verbesserten Ertragslage führen soll. Die beteiligten Parteien einigten

sich im Rahmen dessen auf eine Aussetzung der zum 31.03.2016 fällig

gewordenen Rückzahlungsrate des Konsortialkredites sowie der

Teilrückzahlung des Genussrechts bis zum 31.10.2016. Darüber hinaus werden

die auf diesen Zeitraum entfallenden Zinszahlungen für das

Konsortialdarlehen sowie die Vergütungszahlungen des Genussrechts

ausgesetzt.

Das im Rahmen dessen erarbeitete Konzept zur Liquiditätssicherung sowie zur

Unternehmensfortführung führte zu dem Ergebnis, dass die nötigen

Restrukturierungsmaßnahmen zusätzliche finanzielle Mittel i.H.v. 10 Mio. EUR

erforderlich machen würden, die der aktuelle Finanzierungsrahmen der

Greiffenberger AG nicht ermöglicht. Nach Planungen des Unternehmens wird

hierfür insbesondere die Stärkung der Finanzstruktur einzelner

Tochtergesellschaften durch die Beteiligung von Investoren angestrebt. Im

Zuge dessen würde die Greiffenberger AG ihre Mehrheit an der betreffenden

Gesellschaft verlieren.

Vor dem Hintergrund der laufenden Restrukturierung und der damit

verbundenen fehlenden Einschätzbarkeit hinsichtlich der Fortführung der

Unternehmenstätigkeit hat die beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

für den Jahresabschluss 2015 bislang kein Testat erteilt. Am 08.07.2016

wird dem Unternehmen nunmehr das finale Prüfungsergebnis mitgeteilt, wobei

der Vorstand damit rechnet, dass die Bestätigungsvermerke versagt werden.

Vielmehr benötigen die Wirtschaftsprüfer zur Einschätzung der

Erfolgswahrscheinlichkeit des Restrukturierungskonzeptes weitere Unterlagen

zur Finanzierung dieses. Bis zum heutigen Tage sind genauere Informationen

diesbezüglich nicht bekannt gemacht worden, da die Verhandlungen mit den

Investoren noch andauern.

Umsatz- und Ergebnisplanungen der Greiffenberger AG

Um das Geschäft der ABM wieder nachhaltig profitabel zu gestalten, wurde

Anfang Mai 2016 ein umfangreiches Restrukturierungsprojekt gestartet.

Dieses sieht nicht nur eine Anpassung der Kostenstrukturen vor, sondern

auch die Neustrukturierung von Prozessen sowie die Stärkung der

Kernkompetenzen des Unternehmens.

Im Zuge der Restrukturierungsmaßnahmen sollten rund 120 Arbeitsplätze am

Standort Marktredwitz abgebaut werden, was rund 20 % aller Stellen bei ABM

bedeutet. Gleich-zeitig soll die Fertigungstiefe am deutschen Standort

verringert werden, einhergehend mit einem verstärkten Zukauf von

Komponenten, um die Prozessgeschwindigkeit zu erhöhen. Am Standort Lublin

soll hingegen der Anteil der Produktion erhöht werden. Durch diese

Maßnahmen soll eine wieder wettbewerbsfähige Kostenstruktur hergestellt und

auskömmliche Margen ermöglicht werden. Nicht zuletzt wird eine

Konzentration auf die Kernkompetenzen des Unternehmens angestrebt, den

Geschäftsfeldern mobile Antriebstechnik (z.B. Gabelstapler) und

Industrieanwendungen (z.B. Hebe- und Fördertechnik), ohne dabei

Investitionen in zukunftsweisende Neuentwicklungen zu vernachlässigen.

Dabei sollen vor allem die Bereiche Intra- und Lagerlogistik,

Medizintechnik oder die E-Mobilität adressiert werden.

Insgesamt wird für ABM für 2016 ein moderater Zuwachs bei den Umsatzerlösen

angestrebt. Beim EBIT wird eine erhebliche Verbesserung erwartet, wobei

nicht damit gerechnet wird, dass das Niveau des Jahres 2014 (0,89 Mio. EUR)

bereits wieder erreicht wird.

Unklar ist, ob in dieser Ergebnisprognose für 2016 bereits die Kosten für

die Restrukturierung enthalten sind. Wir gehen jedoch davon aus, dass in

diesem Zuge z.B. durch die Veränderungen im Personalbereich kurzfristige

Belastungen entstehen werden. Auch Kosten im Rahmen der organisatorischen

Veränderungen und Verlagerungen von Geschäftsaktivitäten von Marktredwitz

nach Lublin dürften zu berücksichtigen sein. Insofern gehen wir davon aus,

dass das Ergebnis von ABM zusätzlich belastet wird.

Für die Konzern-Umsatzerlöse geht der Vorstand der Greiffenberger AG davon

aus, dass diese im GJ 2016 gegenüber 2015 wieder moderat zulegen werden.

Das Wachs-tum soll dabei, wie vorstehend bereits erläutert, vor allem durch

den Teilkonzern ABM, dem größten Tochterunternehmen, getragen werden.

Hinsichtlich des Konzern-Ergebnisses geht der Vorstand der Greiffenberger

AG davon aus, eine erhebliche Verbesserung gegenüber dem GJ 2015 zu

erreichen, mit einem positiven EBIT. Jedoch ist es gemäß

Unternehmensaussagen dabei denkbar, dass das Ergebnisniveau des Jahres 2014

von 2,41 Mio. EUR noch nicht wieder erreicht werden wird.

Einschätzung der GBC AG

Zum Zeitpunkt der Erstellung der Studie sind keine neuen Erkenntnisse

hinsichtlich der zukünftigen Finanzierung der Greiffenberger AG bekannt.

Auch hinsichtlich der Beteiligungen von Investoren bei

Tochtergesellschaften sind keine neuen Informationen veröffentlicht worden.

Insofern ist derzeit nicht bekannt, an welchem Tochterunternehmen

möglicherweise Investoren beteiligt werden sollen oder ob alternative

Finanzierungsmöglichkeiten in Betracht gezogen werden.

Für die zukünftige Umsatz- und Ergebnisentwicklung des

Greiffenberger-Konzerns hat dies jedoch eine starke Bedeutung, da ein

eventueller mehrheitlicher Verkauf einer der Tochtergesellschaften unter

Umständen zu einer deutlichen Reduzierung der Umsatzerlöse durch die

Endkonsolidierung führen würde. Der Ergebnisbeitrag würde demnach aller

Voraussicht nach zukünftig als Ergebnis aus at-equity-Beteiligungen in der

Gewinn- und Verlustrechnung verbucht werden und im Zuge der

Endkonsolidierung würden zudem erhebliche bilanzielle Veränderungen

entstehen.

Auf Grund der derzeit unklaren Situation hinsichtlich der Refinanzierung

der Konzernverbindlichkeiten sowie der aktuell ergebnisoffenen

Restrukturierung der Tochtergesellschaft ABM können wir derzeit keine

verlässliche Einschätzung der Greiffenberger AG vornehmen. Vielmehr wird

erst eine erfolgreiche Refinanzierung des Fremdkapitals die Möglichkeit

einer nachhaltigen Restrukturierung der Gesellschaft eröffnen.

Aus diesem Grund können wir derzeit kein Kursziel für die Aktien der

Greiffenberger AG ermitteln und setzen das Rating daher aus. Sollten sich

Neuigkeiten hinsichtlich der Finanzierung ergeben, werden wir erneut

prüfen, ob eine Kurszielermittlung möglich ist. Daher halten wir die

Greiffenberger AG derzeit unter Beobachtung.

Die vollständige Analyse können Sie hier downloaden:

http://www.more-ir.de/d/14019.pdf

Kontakt für Rückfragen

Jörg Grunwald

Vorstand

GBC AG

Halderstraße 27

86150 Augsburg

0821 / 241133 0

research@gbc-ag.de

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Offenlegung möglicher Interessenskonflikte nach §34b Abs. 1 WpHG und FinAnV Beim oben analysierten Unternehmen ist folgender möglicher Interessenkonflikt gegeben: (5a,11); Einen Katalog möglicher Interessenkonflikte finden Sie unter:

http://www.gbc-ag.de/de/Offenlegung.htm

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-------------------übermittelt durch die EQS Group AG.-------------------

Für den Inhalt der Mitteilung bzw. Research ist alleine der Herausgeber bzw.

Ersteller der Studie verantwortlich. Diese Meldung ist keine Anlageberatung

oder Aufforderung zum Abschluss bestimmter Börsengeschäfte.

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