OTS: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) / Von Kleidern bis Fluggerät: DBU ...

OTS: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) / Von Kleidern bis Fluggerät: DBU ...
26.06.2020 09:50:38

Von Kleidern bis Fluggerät: DBU setzt Start-up-Förderung fort / Vier

Unternehmen aus Hamburg, Berlin, Bochum und Baden-Baden für Förderung

ausgewählt

Hamburg/Berlin/Bochum/Baden-Baden (ots) - "Digitalisierung und Klimaschutz

müssen trotz und wegen der momentanen Corona-Krise weiterhin intensiv

vorangetrieben werden", sagte Alexander Bonde der Generalsekretär der Deutschen

Bundesstiftung Umwelt (DBU). Dementsprechend konsequent setzt die Stiftung ihr

Green Start-up-Sonderprogramm fort. Unterstützt werden die Gründerteams von

Free-D Printing (Bochum), circular.fashion (Berlin), Hybrid-Airplane

Technologies (Baden-Baden) und cirplus (Hamburg), die mit insgesamt einer halben

Million Euro fachlich und finanziell gefördert werden. Seit letztem Sommer seien

jetzt bereits 16 Start-ups mit insgesamt rund zwei Millionen Euro in der

Förderung. So sollen kreative Köpfe die Chance erhalten, sich mit den drängenden

Fragen unserer Zeit wie Agrar-, Energie- und Verkehrswende zu beschäftigen und

innovative grüne Lösungen zu entwickeln.

Mode im Kreislauf denken

"Das größte Problem in der Textilindustrie ist ihre Struktur, die nicht im Sinne

einer Kreislaufwirtschaft aufgebaut ist", so Ina Budde von circular.fashion,

eine der wenigen Gründerinnen in der Start-up-Branche. Mehr als 97 Prozent der

Textilien produziere man aktuell aus neuen Rohstoffen und vieles davon werde

nach Gebrauch auf Deponien entsorgt oder verbrannt. Viele Firmen hätten

inzwischen erkannt, dass ein grundlegender Wandel dieser Verhaltensmuster

notwendig sei. circular.fashion unterstützt die Textilindustrie bei dieser

Veränderung. "Wir wollen den Modemarken und Altkleidersortierern eine Software

zur Verfügung stellen, die es ermöglicht, kreislauffähige Produkte zu designen

und später den passenden Recyclingbetrieben zuzuführen. Gleichzeitig sollen die

Kunden ermutigt werden, ihre Kleidung länger zu tragen und sie dann ebenfalls

recyceln zu lassen", erklärt Budde die Idee des jungen Unternehmens.

Sechs Achsen für sparsames Arbeiten

Beim gewöhnlichen 3D-Druck - 3D steht für dreidimensional - handelt es sich um

ein Verfahren, mit dem zum Beispiel Bauteile hergestellt werden. Dabei trägt der

3D-Drucker entlang von drei Achsen - links nach rechts, oben nach unten und

vorne nach hinten - das verwendete Material Schicht für Schicht auf einer

Grundplatte zum fertigen Bauteil auf. Dieses eingeschränkte Bewegungsmuster habe

jedoch viele Nachteile wie zum Beispiel erforderliche Stützkonstruktionen, die

unnötig Material verbrauchen. Das will das Start-up "Free-D Printing" ändern:

Mit einem sechsachsigen Industrieroboter soll das Drucken freigeformter Objekte

möglich gemacht werden, um so Materialverbräuche zu reduzieren und

Fertigungskosten einzusparen. Besonders interessant sei, dass so an vorhandene

Oberflächen anderer Bauteile direkt angeschlossen werden könne, was völlig neue

Anwendungen ermöglicht. Das Team wurde bereits mit dem Erfinderpreis 2017 der

Ruhr-Universität Bochum ausgezeichnet, konnte beim ERCIS Launch Pad 2017 mit der

besten wissenschaftlichen Fundierung überzeugen und gewann den Gründerwettbewerb

start2grow.

Doppelt nachhaltig: Mit Altplastik Ressourcen schonen

"Der Einsatz von recycelten Kunststoffen, so genannten Rezyklaten, ist ein

zentraler Ansatz, um Rohstoffe zu sparen und den Eintrag von Plastik in die

Umwelt zu verringern. Denn: eine Nachfrage nach Abfällen verhindert, dass

Plastik unsachgemäß in der Umwelt abgelagert wird. Außerdem spart der Einsatz

von Rezyklaten zwischen 50 und 85 Prozent des Kohlendioxid (CO2)-Ausstoßes ein,

der beim Herstellen von Neuware entsteht", erläutert Christian Schiller von

"cirplus". Das zentrale Problem der Plastikkrise: Neuware sei im Einkauf oft

günstiger und der Handel von Rezyklaten sei durch schwankende Qualität, unklare

Stoffströme, fehlende Standards und einem geringen Grad an Digitalisierung

gekennzeichnet. "cirplus" bietet eine digitale Handelsplattform für Anbieter und

Nachfrager von Kunststoffabfällen und Rezyklaten weltweit, um eben diese Kosten

für den industriellen Einsatz zu senken. Dadurch erziele "cirplus" einen

doppelten Nachhaltigkeitseffekt: Das Verschmutzen der Umwelt und der Ausstoß von

CO2 werden reduziert.

Ein echter Senkrechtstarter

Großflächig Waldbrandschäden vermessen, Schadstoffpartikel in Metropolen

erfassen oder die Bewuchsdichte von Wäldern ermitteln; dafür werden derzeit noch

Hubschrauber und bemannte Kleinflugzeuge eingesetzt. Die Erfindung "h-aero" soll

diese Technologien in Zukunft bei zahlreichen Anwendungen ersetzen, so die

Vision des Gründers Dr. Csaba Singer. Es handelt sich dabei um das Fluggerät des

Start-ups "Hybrid Airplane Technologies", das den Auftrieb eines mit Helium

gefüllten ellipsenförmigen Ballon mit dem erzeugten Schub von schwenkbaren

elektrischen Propellerantrieben kombiniert und dies für einen wahlweise

Senkrechtstart, Rotations- oder Vorwärtsflug zunächst als unbemannte robotische

Einheiten nutzt. Spätere größere Exemplare benötigten daher weder Start- noch

Landebahn. Verschiedenste Sensoren können mit dem h-aero punktgenau an den

Messort transportiert werden. Auf dem Testfeld lädt das Team die Batterien

bereits heute mit handlichen Solar-Paneelen, somit wird h-aero bereits heute mit

Solarenergie betrieben. Geplant ist ein eigenständiger 24-stündiger Flugbetrieb

mit einem eingebauten ultraleichten Solar-Paneel an Board. Dabei weist das

Flugkonzept nachhaltige Potenziale auf, die dem Projekt den Projektnamen

"Fliegen mit erneuerbaren Energien" verleiht. Die Unternehmer fördern bewusst

die soziale Akzeptanz für Zukunftstechnologien indem sie sich auf zivile,

nachhaltige und umweltfreundliche Zwecke fokussieren.

Bereits 16 Unternehmen in der Förderung

Seit dem Start des Green Start-up-Sonderprogrammes im April 2019 werden bereits

16 Unternehmen mit mehr als zwei Millionen Euro gefördert. Weitere

Start-up-Vorhaben wurden in die reguläre Projektförderung der DBU übernommen,

was perspektivisch für alle neuen Geförderten gelten soll.

Pressekontakt:

Franz-Georg Elpers

- Pressesprecher -

Kerstin Heemann

Sophie Scherler

Jessica Bode

Kontakt DBU

An der Bornau 2

49090 Osnabrück

0541|9633-521

0171|3812888

presse@dbu.de http://www.dbu.de

Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/6908/4635080

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