ROUNDUP 2: Deutsche Börse legt weiter zu - FXall-Gespräche dauern an

ROUNDUP 2: Deutsche Börse legt weiter zu - FXall-Gespräche dauern an

WKN: 581005 ISIN: DE0005810055 Deutsche Börse AG

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20.08.2019 - 11:52
25.07.2019 14:23:43

(Neu: Aussagen aus Analystenkonferenz zu den Gesprächen mit Refinitiv über den Kauf der Währungshandelsplattform FXall im zweiten Absatz.)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Bei der Deutschen Börse laufen die Geschäfte weiter rund. Im zweiten Quartal profitierte der Börsenbetreiber einmal mehr von dem hohen Absicherungsbedarf vieler Investoren, der Umsatz und Gewinn bei der Dervivatebörse Eurex als größter Konzernsparte nach oben treibt. Zudem sorgten im Vergleich zum Vorjahr gestiegene Zinsen in den USA für Zuwächse im Geschäft mit der Verwahrung von Wertpapieren, das in der Tochter Clearstream gebündelt ist. Konzernweit legten Erträge und das operative Ergebnis im Rahmen der Erwartungen zu, wie der im Dax (DAX 30) notierte Börsenbetreiber am Mittwochabend in Frankfurt mitteilte.

Wenig Neues gab es zu den Gesprächen über eine mögliche Übernahme der Devisenhandelsplattform FXall oder Teilen davon. Im April hatte der Konzern bestätigt, dass es Verhandlungen mit dem Finanzkonzern Refinitiv über einige Bereiche des Devisenhandels gibt. Seitdem zeigt sich Unternehmenschef Theodor Weimer wortkarg bei dem Thema. Bei der Analystenkonferenz zu den Zahlen des zweiten Quartals sagte er lediglich, dass die Gespräche andauern und er keine Angaben zum Zeitplan machen kann. Der seit Anfang 2018 an der Spitze des Konzerns stehende frühere HVB-Chef will den Börsenbetreiber mit Übernahmen unabhängiger vom Aktien- und Derivategeschäft machen.

Nach einigen kleineren Übernahmen im Währungs- und Indexbereich wäre FXall ein größerer Fisch. Im April hatte die Börse allerdings auch mitgeteilt, dass der in Marktgerüchten genannte Kaufpreis von 3,5 Milliarden Dollar jeder Grundlage entbehrt. Denkbar wäre daher auch die Übernahme von Teilen des Geschäfts - aktuell hat die Deutsche Börse rund 1,5 Milliarden Euro für Zukäufe in der Kasse. Möglich wäre aber auch eine Kapitalerhöhung zur Finanzierung, die Spielraum für mehr böte.

Das Vertrauen der Investoren hat Weimer - die Aktie der Deutschen Börse legte seit seinem Amtsantritt um rund ein Drittel und damit so viel wie kaum ein anderer Dax-Wert zu. Am Donnerstag legte das Papier weiter zu - zuletzt gewann die Aktie rund zwei Prozent auf 129,10 Euro. Damit sind die Anteile des Börsenbetreibers wieder fast so teuer wie Anfang Juli, als der Aktienkurs mit 130,70 Euro den höchsten Stand seit der Finanzkrise erreicht hatte. Auch das Rekordhoch von 136,32 Euro aus dem Jahr 2007 rückt wieder in greifbare Nähe.

Die Erträge seien um sechs Prozent auf 725 Millionen Euro geklettert. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte um neun Prozent auf knapp 466 Millionen Euro zu. Unter dem Strich verdiente der Konzern mit 267 Millionen Euro 27 Prozent mehr als vor einem Jahr. Grund für den im Vergleich zu den Erträgen und zum operativen Ergebnis überproportionalen Anstieg beim Überschuss ist der Rückgang bei den Sonderkosten für den Abbau von Stellen sowie Übernahmen.

Finanzvorstand Gregor Pottmeyer bestätigte zudem die Jahresziele. Demnach sollen die Erträge um fünf Prozent und der um Sondereffekte bereinigte Gewinn um zehn Prozent steigen. Mögliche Sondereffekte wie Kosten für den Stellenabbau werden bei den Prognosen ausgeklammert. Wachsen will die Deutsche Börse vor allem in fünf Bereichen: festverzinsliche Wertpapiere, Energieprodukte, Währungen, Dienste für Investmentfonds sowie Daten und Indizes.

Zudem sollen die jährlichen Fixkosten bis Ende 2020 um rund 100 Millionen Euro sinken. Die Hälfte dieser Einsparungen soll aus dem Personalbereich kommen. Dazu sollen Stellen in Frankfurt wegfallen und an Billigstandorten wie Cork (Irland) oder Prag entstehen. Am Ende soll das Unternehmen größer sein als zuletzt. "Bis Ende 2020 wollen wir nicht nur ein effizienteres Unternehmen sein, sondern auch ein größeres mit mehr Mitarbeitern als heute", hatte Weimer bei der Bekanntgabe des Sparprogramms 2018 gesagt.

Auch hier liegt Weimer im Plan. Zwischen April und Ende Juni habe die Zahl der Mitarbeiter bereinigt um die Effekte von Teilzeitbeschäftigung im Schnitt bei 5650 gelegen - dieser Wert zog damit im Vergleich zum Vorjahresquartal um rund 300 an und liegt jetzt wieder leicht über dem Niveau von Ende 2017./zb/fba

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