ROUNDUP: Aus für Großveranstaltungen könnte Munich Re über eine Milliarde kosten

ROUNDUP: Aus für Großveranstaltungen könnte Munich Re über eine Milliarde kosten

WKN: 843002 ISIN: DE0008430026 Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG (Munich Re)

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07.08.2020 - 18:47
07.05.2020 13:53:41

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der Ausfall von Großveranstaltungen wie den Olympischen Spielen infolge der Coronavirus-Pandemie könnten den Rückversicherer Munich Re (Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft) die Bilanz in diesem Jahr verhageln. Allein in diesem Bereich könnte sich die Belastung auf mehr als eine Milliarde Euro belaufen, erklärte Finanzvorstand Christoph Jurecka bei der Vorlage der Zwischenbilanz am Donnerstag. Eine neue Gewinnprognose für 2020 wagte er wegen der Unsicherheiten rund um die Pandemie nicht. Rote Zahlen würden ihn aber nach jetzigem Wissensstand sehr überraschen, ließ er auf Nachfrage wissen.

An der Börse wurden die Nachrichten positiv aufgenommen. Die Munich-Re-Aktie legte bis zur Mittagszeit um fast zwei Prozent zu und gehörte damit zu den stärkeren Titeln im Dax (DAX 30). Allerdings gab das Papier im Corona-Crash, der die Finanzmärkte seit dem 24. Februar im Griff hat, bisher deutlich mehr nach als der deutsche Leitindex.

Im ersten Quartal legte die Munich Re für Versicherungsschäden infolge der Pandemie rund 800 Millionen Euro zurück. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum brach der Gewinn dadurch um fast zwei Drittel auf 222 Millionen Euro ein. Sein ursprüngliches Gewinnziel von 2,8 Milliarden Euro hatte der Vorstand Ende März gekippt.

Der Großteil der coronabedingten Schäden entfalle auf die Absage und Verschiebung von Großveranstaltungen, sagte Jurecka, wollte aber keine genaue Summe nennen. Teuer dürften den Konzern die Olympischen Spiele in Japan zu stehen kommen, die wegen der Virus-Pandemie nun erst im kommenden Jahr stattfinden sollen. Jurecka wollte sich zu den Schäden bei einzelnen Kunden nicht äußern, auch nicht mit Blick auf mögliche Versicherungsschäden durch die erzwungene Spielpause in der Fußball-Bundesliga.

Wegen der hohen Belastungen reichten die Prämieneinnahmen der Schaden- und Unfall-Rückversicherung im ersten Quartal nicht aus, um die Aufwendungen für Schäden, Verwaltung und Vertrieb zu decken. Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote verschlechterte sich in dem Segment von 97,3 auf 106,0 Prozent und lag damit über der kritischen 100-Prozent-Marke.

Die vielen Todesfälle durch das Virus in vielen Ländern dürfte die Munich Re auch in der Lebens-Rückversicherung in den USA treffen. Jurecka erwartet entsprechende Belastungen durch die erhöhte Sterberate im zweiten Quartal. Derzeit entwickle sich Covid-19 anders als etwa die Spanische Grippe. Allerdings wisse man nicht, ob es im Zuge der Pandemie noch zu einer zweiten oder gar dritten Welle komme.

Wie teuer die Pandemie-Folgen Versicherer und Rückversicherer zu stehen kommen, wagte Jurecka nicht zu beziffern. Klar sei aber insgesamt: "Covid-19 wird für unsere Branche ein teures Ereignis." Im Gegensatz zu einem Hurrikan wüte eine Pandemie über Wochen und Monate. "Daher wird man erst viel später sagen können, wie teuer es denn wird." Die Munich Re könne sich die hohen Schäden aber ohne Weiteres leisten und die Belastungen gut verkraften.

Die Turbulenzen an den Finanzmärkten infolge der Krise prallten an der Munich Re im ersten Quartal unter dem Strich ab. Zwar machten sich der Absturz der Aktienkurse auch bei den Kapitalanlagen des Konzerns bemerkbar, doch dank geschickter Absicherungsgeschäfte stieg das Kapitalanlageergebnis im Jahresvergleich um neun Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Die Erstversicherungstochter Ergo musste wegen der Abschreibungen auf Aktien jedoch einen Gewinnrückgang hinnehmen.

Unterdessen steigerte der Munich-Re-Konzern seine Prämieneinnahmen um knapp sieben Prozent auf rund 14,3 Milliarden Euro. Die jüngste Vertragserneuerung in der Schaden- und Unfall-Rückversicherung zum 1. April brachte dem Konzern drei Prozent höhere Preise und einen Geschäftsausbau um mehr als 25 Prozent. Die Preiserhöhungen gelangen dem Konzern vor in Japan, wo mehrere Taifune in den vergangenen Jahren hohe Schäden verursacht hatten./stw/zb/fba

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