ROUNDUP: Autozulieferer Leoni weiter tief in den roten Zahlen - Aktie im Minus

ROUNDUP: Autozulieferer Leoni weiter tief in den roten Zahlen - Aktie im Minus

WKN: 540888 ISIN: DE0005408884 LEONI AG

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02.07.2020 - 14:00
13.05.2020 10:44:42

NÜRNBERG (dpa-AFX) - Die Folgen der Corona-Krise haben den ohnehin angeschlagenen Kabel- und Bordnetzspezialisten LEONI im ersten Quartal belastet. Konzernchef Aldo Kamper warnte in einer Telefonkonferenz zudem vor "erheblichen" Folgen von Covid-19 im laufenden zweiten Quartal, hofft aber auch, dass dies den Tiefpunkt des Jahres darstellen wird. Am Kapitalmarkt kamen die Nachrichten zunächst schlecht an. Am Vormittag fiel die Aktien um 4,70 Prozent.

Im laufenden Jahr haben die Papiere im Zuge des Corona-Crashes und der Marktturbulenzen bereits rund 41 Prozent an Wert verloren. Auf längere Sicht ist die Entwicklung der Titel für Anleger noch verheerender: In den zurückliegenden drei Jahren steht ein Minus von rund 90 Prozent zu Buche.

Im abgelaufenen ersten Quartal stand unter dem Strich ein Verlust von 67 Millionen Euro, wie das im Nebenwerteindex SDAX notierte Unternehmen am Mittwoch in Nürnberg mitteilte. Allerdings konnte der mitten in einem kostspieligen Umbau steckende Konzern den Fehlbetrag im Vergleich zum Vorjahr um rund die Hälfte verringern. Das um Sondereffekte und Umbaukosten bereinigte operative Ergebnis (bereinigtes Ebit) war mit minus 17 Millionen Euro zwar ebenfalls weiter negativ, verbesserte sich aber leicht um 4 Millionen Euro.

Leoni spürte die negativen Auswirkungen der Pandemie auch beim Umsatz, der im ersten Jahresviertel um rund 10,6 Prozent auf 1,13 Milliarden Euro sank. Der Autozulieferer hat ein verlustreiches Jahr hinter sich und hatte 2019 mit hausgemachten Problemen und der mauen Autokonjunktur zu kämpfen. Die Virus-Krise kommt für die Franken zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.

Aus Sicht von Analyst Jose Asumendi von der US-Bank JPMorgan sind die Quartalszahlen im Rahmen der Erwartungen ausgefallen. Das Betriebskapital habe sich etwas besser als gedacht entwickelt, befand er. Ein Händler verdeutlichte dagegen, dass der Umsatz zwar im Rahmen der Erwartungen gesunken, der operative Verlust aber ein wenig höher als von Analysten prognostiziert ausgefallen sei.

Wegen der Corona-Pandemie erhält Leoni eine staatliche Kreditbürgschaft in Höhe von 330 Millionen Euro. Die Bürgschaft sei notwendig geworden, weil die meisten Leoni-Kunden ihre Produktion zurückgefahren hätten und damit signifikante Absatzrückgänge zu verzeichnen gewesen seien, hieß es kürzlich.

Die Corona-Krise führte auch bei Leoni zu vorübergehenden Werksschließungen. Zudem wurde unter anderem Kurzarbeit in Deutschland eingeführt und vergleichbare Schritte in anderen Ländern. Ein sicherer und sukzessiver Wiederanlauf der Produktion sei vorbereitet, hieß es nun.

Laut Kamper liege die Auslastung der Kapazitäten in China wieder bei rund 75 Prozent. Dort sei die Entwicklung und Nachfrage wieder recht positiv. In Europa und Nordafrika beginne Leoni damit, die Kapazitäten wieder hochzufahren und bereite sich außerdem auf den Hochlauf in Amerika vor, wo sich die Werke derzeit noch fast komplett im Shutdown befänden.

Kamper verwies darauf, dass Leoni frühzeitig Maßnahmen zur Kostensenkung und zur Sicherung der Finanzkraft ergriffen habe, um die Folgen der Pandemie abzufedern. Positives hatte Leoni beim Freien Barmittelfluss (Free Cashflow) zu vermelden. Im ersten Quartal erzielte der Konzern demnach trotz Abfindungszahlungen im Zusammenhang mit dem laufenden Spar- und Umbauprogramm einen ausgeglichenen Free Cashflow. Im Vorjahreszeitraum hatte bei der Kennziffer noch ein dickes Minus von 312 Millionen Euro zu Buche gestanden. Der Free Cashflow ist vor allem für Investoren und Analysten wichtig, da er Aufschluss über die Finanzkraft eines Unternehmens gibt. Ist er negativ, wird quasi Geld verbrannt.

Im Hinblick auf ihr umfassendes Spar- und Umbauprogramm sehen sich die Franken weiter auf Kurs. 65 Prozent der Initiativen seien bis Ende März umgesetzt worden. Leoni sei auf einem guten Weg, bis 2022 Bruttokosteneinsparungen in Höhe von 500 Millionen Euro zu erzielen, betonte Kamper. Der Konzern unterstrich in einer Mitteilung außerdem erneut, dass ein aktuelles Gutachten die Sanierungsfähigkeit und Durchfinanzierung bis Ende 2022 bestätigt habe - auch unter Berücksichtigung möglicher Covid-19-Folgen.

Der angedachte Verkauf der Kabelsparte ist wegen der Corona-Krise und der damit einhergehenden Unsicherheiten an den Finanzmärkten erst einmal auf Eis gelegt worden. Kamper verwies auf das derzeit schwierige Marktumfeld. Der Konzern bereite sich aber weiter auf die Transaktion vor./eas/mne/mis

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