ROUNDUP/Corona: AU sieht Milliardenschaden für Afrikas Tourismusindustrie

ROUNDUP/Corona: AU sieht Milliardenschaden für Afrikas Tourismusindustrie
02.07.2020 16:36:38

JOHANNESBURG (dpa-AFX) - Afrikas Tourismusindustrie rechnet durch die bisherigen Corona-Beschränkungen mit Milliardenschäden. "Innerhalb von drei Monaten sind es fast 55 Milliarden Dollar", sagte am Donnerstag die zuständige Kommissarin der Afrikanischen Union (AU), Amani Abou-Zeid. Bei einer Videokonferenz erklärte sie, auf dem Kontinent seien die Haushalte von 24 Millionen Menschen vom Tourismus abhängig, der fast 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts darstellt.

"Einige unserer Airlines könnten es nicht in die Nach-Corona-Ära schaffen", warnte sie. Nach Angaben des Weltluftfahrtverbands IATA könnten Afrikas Airlines gegenüber 2019 sechs Milliarden Dollar an Einkünften aus dem Passagierverkehr und die Hälfte der 6,2 Millionen Jobs in der Luftfahrtindustrie des Kontinents einbüßen. Die Krise biete aber auch die Chance einer Neustrukturierung, die den innerafrikanischen Lufttransport stärken könne, so die Kommissarin. Zudem befördere sie die Digitalisierung des Tourismussektors.

Nach Angaben von Prosper Zo'o Minto'o - dem Regionaldirektor der UN-Weltluftfahrtorganisation ICAO - ist auch der Luftverkehr über Afrika eingebrochen. Viele Länder auf dem Kontinent - wie etwa Südafrika - akzeptieren nur noch Fracht- oder Rückführungsflüge und sind für den kommerziellen Luftverkehr geschlossen. Als erstes Land dürfte sich demnach der westafrikanische Staat Senegal am 15. Juli wieder dem internationalen Luftverkehr öffnen. Insgesamt 36 Staaten haben ihre Grenzen komplett geschlossen für den Luftverkehr, der Rest hat Restriktionen in unterschiedlicher Form. Vorsichtige Öffnungen gab es bisher nur in Tansania, Sambia, Äquatorial-Guinea und Kamerun.

Auf der positiven Seite verbuchte AU-Kommissarin Abou-Zeid einen drastischen Rückgang der Verkehrsunfälle auf Afrikas Straßen, die zu den gefährlichsten der Welt zählen. Im Vorjahr verloren dabei 292 000 Menschen ihr Leben. In den vergangenen drei Monaten sei die Zahl wegen der Corona-Beschränkungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 70 Prozent gesunken, sagte Abou-Zeid./rek/DP/fba

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