ROUNDUP: Deutsche Bank schüttet wieder mehr Boni aus - Vorstand steckt zurück

ROUNDUP: Deutsche Bank schüttet wieder mehr Boni aus - Vorstand steckt zurück
12.03.2021 10:21:39

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Deutsche Bank schüttet nach ihrem ersten Nettogewinn seit 2014 wieder mehr Boni aus. Die variable Vergütung für die Beschäftigten steigt um 29 Prozent auf insgesamt 1,9 Milliarden Euro, wie der Frankfurter Dax-Konzern (DAX 30) am Freitag bei der Veröffentlichung seines Geschäftsberichts mitteilte. Der Vorstand will mit Blick auf die gesamtwirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie allerdings ein Zeichen setzen: Das Führungsteam verzichtet den Angaben zufolge auf ein Zwölftel seiner Jahresvergütung.

Aufsichtsratschef Paul Achleitner schließe sich diesem Vorgehen an, hieß es. Auch viele Mitarbeiter in den höchsten Führungsebenen verzichteten auf Vergütung in Höhe eines Monatsgehalts.

Die Vergütung des Deutsche-Bank-Vorstands stieg trotz des Teilverzichts der Manager von 36 Millionen Euro im Jahr 2019 auf jetzt 50 Millionen Euro. Bei einer Vollauszahlung von Gehalt und Boni hätte die Summe sogar 4,6 Millionen Euro höher gelegen.

Allerdings war der Vorstand von acht auf zehn Mitglieder im jeweiligen Jahresschnitt gewachsen. Unterdessen verteilen sich die Boni im Konzern auf insgesamt weniger Beschäftigte. So sank die Zahl der Vollzeitstellen der Deutschen Bank im abgelaufenen Jahr um 2938 auf 84 659.

Die Deutsche Bank hatte 2020 nach fünf Verlustjahren in Folge erstmals wieder unter dem Strich schwarze Zahlen geschrieben. Trotz der Belastungen durch die Corona-Pandemie entfiel auf die Aktionäre des Dax-Konzerns ein Überschuss von 113 Millionen Euro. Dabei profitierte das Institut vor allem von einem Boom im Investmentbanking. Die Sparte war im Zuge des Konzernumbaus stark gestutzt worden. Im abgelaufenen Jahr lieferte sie vor Steuern praktisch den gesamten Gewinn der Kernbank, also der Geschäftsbereiche ohne die konzerneigene Abbaueinheit für Altlasten.

Für 2021 rechnet Vorstandschef Christian Sewing weiterhin mit leicht rückläufigen Erträgen, auch weil sich der jüngste Boom im Kapitalmarktgeschäft abschwächen dürfte. Andererseits erwartet der Manager aber auch etwas geringere Belastungen durch drohende Kreditausfälle, nachdem die Bank im abgelaufenen Jahr 1,8 Milliarden Euro in die Risikovorsorge gesteckt hatte. Allerdings dürfte die Summe auch 2021 höher ausfallen als vor der Pandemie. Unterdessen will der Vorstand die Kosten der Bank weiter senken, um im Jahr 2022 eine Rendite von acht Prozent auf das materielle Eigenkapital zu erzielen./stw/eas/mis

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