DAX 15.587 0,8%  MDAX 34.358 0,6%  Dow 35.295 1,1%  Nasdaq 15.147 0,6%  Gold 1.768 -1,6%  TecDAX 3.726 0,4%  EStoxx50 4.183 0,8%  Nikkei 29.069 1,8%  Dollar 1,1601 0,0%  Öl 84,9 1,0% 

ROUNDUP/Eurozone: Zweite Corona-Welle belastet Unternehmensstimmung

ROUNDUP/Eurozone: Zweite Corona-Welle belastet Unternehmensstimmung
23.11.2020 10:26:38

LONDON (dpa-AFX) - Die zweite Infektionswelle in der Corona-Krise belastet die Wirtschaft im Euroraum. Im November hat sich die Stimmung der Einkaufsmanager deutlich eingetrübt und lässt erneut ein Schrumpfen der wirtschaftlichen Aktivitäten erwarten. Der an den Finanzmärkten stark beachtete Einkaufsmanagerindex des britischen Instituts IHS Markit fiel um 4,9 Punkte auf 45,1 Zähler, wie das Forschungsunternehmen am Montag in London mitteilte. Der Stimmungsindikator ist damit bereits den vierten Monat in Folge gefallen und liegt deutlich unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten.

Analysten hatten mit einem Rückgang des Stimmungsindikators auf 45,6 Punkte gerechnet. Von den Beschränkungen des öffentlichen Lebens im Kampf gegen die Pandemie ist vor allem der Dienstleistungsbereich betroffen, in dem die Aktivitäten massiv eingebrochen sind. In den Industriebetrieben hat sich die Stimmung im November hingegen nur leicht eingetrübt. Die Stimmungsdaten lassen nach wie vor Wachstum im verarbeitenden Gewerbe erwarten.

"Aufgrund der neuerlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Infektionszahlen ist die Eurozone im November wieder in eine ernste Krise geschlittert", kommentierte Markit-Chefökonom Chris Williamson die Daten. Seiner Einschätzung nach gebe es die Wahrscheinlichkeit, dass die Wirtschaftsleistung der Eurozone im vierten Quartal schrumpfen dürfte.

Besonders stark fällt der Stimmungsdämpfer in Frankreich aus, und hier insbesondere im Bereich Dienstleistungen. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone hat mit einer hohen Zahl von Neuinfektionen zu kämpfen und reagierte mit vergleichsweise starken Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Analysten hatten den Stimmungsdämpfer in Frankreich aber erwartet.

In Deutschland hielt sich die Stimmung besser als in Frankreich. Zwar ist der Indexwert für den Bereich Dienstleistungen weiter unter die Expansionsschwelle von 50 Punkten gesunken und die Daten zeigen, dass der Servicesektor ähnlich stark in der Krise steckt wie zuletzt im Mai. Dagegen hat sich der Wert für die Stimmung in der deutschen Industrie aber nahezu stabil auf hohem Niveau gehalten. Nach Einschätzung von Markit-Experten haben zuletzt positive Nachrichten zur Entwicklung wirksamer Corona-Impfstoffe und gute Exportgeschäfte mit asiatischen Ländern gestützt.

Die erste Corona-Welle im Frühjahr hatte die Wirtschaft der Eurozone drastisch belastet. Im Sommer folgte eine kräftige Erholung, weil die staatlichen Maßnahmen zur Virus-Eindämmung deutlich zurückgefahren wurden. Weil sich das Virus seit Oktober wieder stark verbreitet, wurden wieder Beschränkungen des öffentlichen Lebens eingeführt. Ein drastischer Konjunktureinbruch wie im Frühjahr wird bisher aber nicht erwartet.

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Region/Index November Prognose Vormonat

EURORAUM

Gesamt 45,1 45,6 50,0

Verarb. Gew. 53,6 53,2 54,8

Dienste 41,3 42,0 46,9

DEUTSCHLAND

Verarb. Gew. 57,9 56,0 58,2

Dienste 46,2 46,3 49,5

FRANKREICH

Verarb. Gew. 49,1 49,9 51,3

Dienste 38,0 39,6 46,5°

(Angaben in Punkten)

/jkr/mis

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