ROUNDUP: Rheinmetall spürt Folgen der Corona-Krise - Aktie dreht ins Minus

ROUNDUP: Rheinmetall spürt Folgen der Corona-Krise - Aktie dreht ins Minus

WKN: 703000 ISIN: DE0007030009 Rheinmetall AG

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14.07.2020 - 16:32
08.05.2020 10:00:42

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Der Rüstungskonzern und Autozulieferer Rheinmetall hat die Folgen der Corona-Krise im ersten Quartal zu spüren bekommen. Während der Umsatz im Jahresvergleich um 1,1 Prozent auf rund 1,36 Milliarden Euro stieg, sackte das operative Ergebnis um 37 Prozent auf 34 Millionen Euro ab, wie Rheinmetall am Freitag in Düsseldorf mitteilte. Unter dem Strich brach der Überschuss um rund 45 Prozent auf 18 Millionen Euro ein.

An der Börse drehte der Kurs der Rheinmetall-Aktie nach anfänglichen Gewinnen in die Verlustzone. Zuletzt lag das Papier mit mehr als vier Prozent im Minus bei 63,38 Euro und war damit zweitschwächster Wert im MDAX. Im laufenden Jahr haben die Titel im Zuge der Marktturbulenzen mehr als ein Drittel an Wert eingebüßt. Auf längere Sicht sieht es deutlich besser aus: In den zurückliegenden fünf Jahren steht für die Anteilsscheine ein Plus von rund einem Drittel zu Buche.

Zwar konnte Rheinmetall im ersten Jahresviertel im weiterhin brummenden Rüstungsgeschäft Erlöse und operatives Ergebnis klar steigern. Das machte die deutlichen Rückgänge in der vor der Virus-Krise bereits schwächelnden Autozulieferung aber nicht wett.

Der Rheinmetall-Vorstand bestätigte seine Jahresprognose für die Rüstungssparte und geht nach jetzigem Stand davon aus, dass Covid-19 in dem Bereich keine nachhaltigen Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr haben wird. Demnach soll der Umsatz in diesem Segment um fünf bis sieben Prozent steigen. Neun bis zehn Prozent der Erlöse sollen als operativer Gewinn beim Unternehmen hängenbleiben.

Für die Automotive-Sparte sei eine Prognose aufgrund der hohen Unsicherheiten derzeit aber noch nicht möglich, hieß es. Rheinmetall erwartet jedoch, dass Umsatz und operatives Ergebnis in der Autozulieferung deutlich unter den bisherigen Prognosen liegen werden, in denen mögliche Corona-Folgen noch nicht berücksichtigt waren.

In der Rüstungssparte profitierte Rheinmetall von weiterhin guten Geschäften mit Waffensystemen und Munition. Der Umsatz stieg um knapp 18 Prozent auf 740 Millionen Euro, das operative Ergebnis konnte der Bereich auf 29 Millionen Euro sogar mehr als verdreifachen. "Unser Defence-Bereich zeigt sich in der gesamtwirtschaftlich schwierigen Lage robust und widerstandsfähig und wird uns im Konzern helfen, die krisenbedingten Auswirkungen abzufedern", befand Unternehmenschef Armin Papperger.

Rheinmetall musste seine Produktion in der Autozulieferung im ersten Quartal deutlich einschränken. Papperger geht davon aus, dass dies den Konzern im zweiten Quartal "erheblich belasten" wird. Dennoch zeigte sich der Manager mit Blick auf die einsetzende Markterholung in China zuversichtlich, dass der Konzern seine Fertigung in der Autozulieferung im zweiten Quartal an vielen Standorten wieder hochfahren kann.

Im ersten Jahresviertel konnte sich Rheinmetall in der Autozulieferung der Coronavirus-Pandemie und ihren negativen Auswirkungen auf die globalen Automärkte nicht entziehen. Die Erlöse gingen um rund 13,5 Prozent auf 618 Millionen Euro zurück, das operative Ergebnis stürzte um rund 80 Prozent auf 10 Millionen Euro ab. Die entsprechende Marge verringerte sich um 5,2 Prozentpunkte auf nur noch 1,7 Prozent.

Ein Aktienhändler lobte die Rüstungssparte von Rheinmetall. Diese sei in jeder Beziehung exzellent in das Jahr 2020 gestartet. Für das Automobilgeschäft gelte das jedoch nicht, hier sei der Markt allerdings auf schwache Zahlen vorbereitet gewesen.

Aus Sicht von Gordon Schönell vom Bankhaus Lampe klingt der Ausblick des Konzerns aufs Gesamtjahr positiv, da Rheinmetall seine Prognose für das Rüstungsgeschäft bestätigt und nur die Prognose für die Autozulieferung zurückgenommen habe. Auch Alexander Wahl vom Analysehaus Mainfirst erachtet das Rüstungsgeschäft bislang als Konstante, die Rheinmetall abermals mit starken Resultaten gestützt habe. Dies zeige, dass die Sparte von den Corona-Folgen sei bisher weitgehend verschont geblieben sei./eas/stw/jha

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