ROUNDUP: Solon schließt Ende April - 230 Beschäftigte verlieren Jobs

ROUNDUP: Solon schließt Ende April - 230 Beschäftigte verlieren Jobs

WKN: 747119 ISIN: DE0007471195 SOLON SE

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02.12.2020 - 10:42
07.03.2014 17:56:39

    BERLIN (dpa-AFX) - Beim Solarmodulhersteller Solon (SOLON SE) in Berlin gehen am 30. April die Lichter aus. Das Unternehmen zieht mit seinem Sitz in den Nahen Osten, um sich den wachsenden Märkten zuzuwenden, wie der Berliner Solon-Chef Lars Podlowski am Freitag sagte. "Der Standort Adlershof war seit geraumer Zeit defizitär, und es bestand auch keine Chance, ihn profitabel zu bekommen", sagte Podlowski. 230 Beschäftigte bekommen nun die Kündigung, am Freitag sollten Gespräche mit dem Betriebsrat beginnen.

    Berlin verliert ein Unternehmen, dass einmal als Hoffnungsträger galt. Vor einigen Jahren zählte Solon nach eigenen Angaben noch zu den größten Modulherstellern Europas. "Es ist eine Entscheidung, die uns extrem schwergefallen ist", sagte Podlowski.

    Solon war nach der Pleite vor zwei Jahren von dem indisch-arabischen Unternehmen Microsol übernommen worden. Nun zieht Solon zur Muttergesellschaft in das Emirat Fujairah östlich von Dubai. Dort steht auch die größte Fabrik des Unternehmens.

    "Solon ist alles andere als tot", betonte Podlowski. "Es beginnt eine neue Ära." Deutschland bleibe ein wichtiger Markt für Solon, Asien und Nordafrika spielten aber eine immer wichtigere Rolle. Dass Deutschland die Solarförderung gekürzt hat, sei nicht entscheidend.

    Die IG Metall sieht jedoch neben schlechtem Mangement Politik-Versagen als Ursache. Die alte schwarz-gelbe Bundesregierung habe die Rahmenbedingungen für die gesamte Solarbranche verschlechtert, kritisierte der Gewerkschaftsbevollmächtigte Klaus Abel. Er verlangte, dass die Beschäftigten nicht nur ihren vollen Lohn erhalten, sondern auch Abfindungen.

    Die Beschäftigten hatten am Donnerstag erfahren, dass sie ihre Arbeitsplätze verlieren werden. Podlowski sicherte ihnen am Freitag eine geordnete Schließung zu. "Kein Mensch soll auch nur einen Euro verlieren." Eine Transfergesellschaft schloss Podlowski aus.

    Die Wista-Management als Betreibergesellschaft des Adlershofer Technologieparks reagierte überrascht und enttäuscht auf den bevorstehenden Abschied des früheren Aushängeschilds Solon. Adlershof werde dennoch 2014 überdurchschnittlich wachsen. Allein auf dem Gebieten Photovoltaik und Erneuerbare Energien gebe es dort zwei Institute und 40 Unternehmen mit 1200 Beschäftigen.

    Außer aus Berlin kommen Solon-Produkte in Deutschland auch aus Greifswald, wo das Unternehmen ML&S für Solon produziert. "Es gibt keine Pläne, die Zusammenarbeit mit Greifswald zu beenden", versicherte Podlowski. Greifswald produziere für Solon monatlich Solarmodule mit einer Leistung von insgesamt 3 bis 5 Megawatt. Das Werk in Fujairah hat eine Kapazität von 300 Megawatt im Jahr./bf/DP/she

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