ROUNDUP/Versorgungsauflagen bei 5G-Mobilfunk: Regionales Roaming geplant

ROUNDUP/Versorgungsauflagen bei 5G-Mobilfunk: Regionales Roaming geplant

WKN: 508903 ISIN: DE0005089031 United Internet AG

37,94 EUR
0,24 EUR 0,64 %
15.11.2018 - 17:35
08.11.2018 14:34:41

BERLIN (dpa-AFX) - Beim Ausbau der fünften Mobilfunkgeneration 5G in Deutschland soll es auch ein sogenanntes regionales Roaming geben. Darauf haben sich Bundesregierung und Bundesnetzagentur nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in gemeinsamen Gesprächen am Montag verständigt. Mit der Versorgungsauflage soll eine bessere Versorgung im ländlichen Raum mit dem mobilen Breitband-Internet erreicht werden. Im Vergleich zur Technologie 4G (LTE) ist 5G um ein Vielfaches schneller.

Demnach kann ein regionales Roaming angeordnet werden, wenn an Bundes- und Landstraßen sowie Wasserwegen wegen hoher Kosten nur ein Telekommunikationsunternehmen ein Netz ausbaut. In diesem Falle solle dieses Unternehmen anderen Anbietern die Infrastruktur gegen ein reguliertes Entgelt überlassen. Ein sogenanntes nationales Roaming - also für die gesamte Fläche Deutschlands -, wie es zuvor immer wieder in der Diskussion war, ist aber nicht vorgesehen.

Ein nationales Roaming hätte Neueinsteigern wie United Internet (mit Marken wie 1&1) den Einstieg in den 5G-Markt erleichtert, weil dann die Netze der Konkurrenz als Lückenfüller hätten dienen können. Insbesondere die Deutsche Telekom hatte dieses Konzept als "Trittbrett-Fahrerei" kritisiert.

"Wenn die regulatorischen Rahmenbedingungen falsch gesetzt werden oder überzogen sind, droht Deutschland ein industriepolitisches Desaster", warnte Telekom-Chef Tim Höttges am Donnerstag. Neben der Telekom befürchtet auch der Netzbetreiber Vodafone (Vodafone Group), dass bei einem nationalen Roaming die nötigen Investitionen ausbleiben könnten, weil Wettbewerber ohne eigenes Netz überproportional davon profitieren würden. Entsprechende Verpflichtungen würden den Ausbau im ländlichen Raum eher verhindern, heißt es von der Telekom.

Für ein nun geplantes begrenztes regionales Roaming wäre eine Änderung des Telekommunikationsgesetzes im kommenden Jahr notwendig, hieß es. Die Bundesnetzagentur will Ende November die Vergaberegeln festlegen, auf deren Basis im nächsten Jahr 5G-Frequenzen versteigert werden sollen. Der Bund erwartet Milliardeneinnahmen.

Neben dem regionalen Roaming wurden laut Kreisen zwischen Politik und Netzagentur weitere Versorgungsauflagen besprochen, etwa für Autobahnen, Bundesstraßen und die Schiene. Daneben geht es um die Übertragungsgeschwindigkeit. Zur Durchsetzung der Versorgungsauflagen solle es Sanktionsmöglichkeiten geben.

Ein erster Entwurf der Netzagentur zu den 5G-Vergaberegeln war in der Politik auf breite Kritik gestoßen, dabei ging es vor allem vor um die Flächenversorgung. Viele Politiker aus Regierung und Opposition forderten eine komplette Abdeckung der Fläche mit 5G-Netzen. Provider wie die Deutsche Telekom verweisen darauf, dass eine hundertprozentige Abdeckung der Fläche in Deutschland wirtschaftlich unsinnig und technisch nicht notwendig sei./hoe/DP/jha

Aktien in diesem Artikel

Deutsche Telekom AG 14,93 -0,23% Deutsche Telekom AG
United Internet AG 37,94 0,64% United Internet AG
Vodafone Group PLC 1,78 0,58% Vodafone Group PLC

Aktienempfehlungen zu United Internet AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
07:38 United Internet buy HSBC
14.11.18 United Internet Neutral Goldman Sachs Group Inc.
14.11.18 United Internet kaufen DZ BANK
14.11.18 United Internet buy Hauck & Aufhäuser Privatbankiers KGaA
14.11.18 United Internet kaufen Independent Research GmbH
mehr Aktienempfehlungen

Nachrichten

  • Nachrichten zu Aktien
  • Alle Nachrichten
pagehit