Von RWE stamme im Zuge der Kapitalerhöhung das größte Einzelinvestment, die genaue Höhe des Pakets blieb offen. RWE dürfte vor allem auf einen Wertzuwachs seiner Beteiligung hoffen, strategisch spielt die Solarenergie bei dem Versorger keine große Rolle.

Der Konzern arbeite mit Conergy bereits erfolgreich zusammen und wolle die Expansion des Unternehmens unterstützen, sagte Andree Stracke, Mitglied der Geschäftsführung der RWE-Handelstochter Supply & Trading. RWE und Conergy kooperieren bei der Verpachtung von Solaranlagen für Gewerbekunden in Deutschland und bei einem Solarpark in Großbritannien. Conergy-Chef Andrew de Pass bezeichnete den Einstieg von RWE als Vertrauensbeweis. Conergy habe die Trendwende geschafft und sei auf Wachstumskurs.

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EINSTIGER SOLARRIESE

Conergy war einst der größte Solarmodulhersteller der Welt, im Zuge des weltweiten Preisverfalls jedoch pleite gegangen. Heute plant, baut und betreibt die Firma Solaranlagen. Das Unternehmen hat eigenen Angaben zufolge 2014 bei einem Umsatz von knapp einer halben Milliarde US-Dollar einen Gewinn verbucht. Zur Höhe des Profits schweigt Conergy. Der Umsatz soll in diesem Jahr auf 700 Millionen Dollar klettern. Der US-Investor Kawa hatte 2013 Teile der insolventen Conergy übernommen.

Zum Geschäft der RWE-Tochter Supply & Trading gehört zwar nicht der Betrieb von Ökostromanlagen. Die Sparte beteiligt sich jedoch laut Geschäftsbericht an Energieunternehmen und -anlagen, "bei denen durch Restrukturierung und Weiterveräußerung innerhalb eines Zeitfensters von drei bis fünf Jahren attraktive Renditen erzielt werden können." In seinem eigenen Ökostromgeschäft treibt RWE mit der Tochter Innogy sein Wachstum mit Windkraftanlagen voran.

Bei direkten Investitionen in Solaranlagen hatte der Versorger wenig Glück. Das 2011 eingeweihte spanische Solarthermiekraftwerk Andasol 3, an dem sich RWE und mehrere Stadtwerke beteiligten, wurde wegen nachträglich gekürzter Förderzusagen durch hohe Abschreibungen zum Millionengrab. RWE hat den spanischen Staat deswegen vor einem Schiedsgericht in den USA auf Schadenersatz in "niedriger dreistelliger Millionenhöhe" verklagt.

Reuters