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STAHL

Salzgitter sieht Anzeichen für Besserung

Salzgitter sieht Anzeichen für Besserung
14.11.2013 13:35:35

Der verlustreiche Stahlkonzern Salzgitter schöpft neue Hoffnung. In Europa mehrten sich die Anzeichen für eine Erholung der Konjunktur.

Das schrieb die im MDAX notierte Gesellschaft in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Geschäftsbericht zum dritten Quartal. In wichtigen Verarbeitungsbranchen habe es zuletzt positive Entwicklungen gegeben. Nun hofft der zweitgrößte deutsche Stahlproduzent, dass sich das im kommenden Jahr in einer steigenden Nachfrage und wieder höheren Preise niederschlägt.

    Damit untermauert der Konzern Aussagen von Vorstandschef Heinz Jörg Fuhrmann vom September. Der hatte damals erklärt, dass 2014 ein ausgeglichenes oder positives Ergebnis wieder möglich sei. An der Börse wurde der neue Optimismus gemischt aufgenommen: Salzgitter-Aktien traten zum Handelsauftakt auf der Stelle, während der MDax zulegte.

    Das laufende Jahr hat der Stahlkocher längst abgehakt und erwartet einen hohen Verlust. Salzgitter leidet seit langem unter dem hohen Preisdruck in der Branche, während die Rohstoffkosten wegen des anhaltenden Booms in China kaum gesunken sind. Im dritten Quartal kam auch noch ein Schaden an einem Hochofen hinzu. Mit einem Sparprogramm, dem 1.500 der 25.000 Stellen zum Opfer fallen, kämpft der Konzern gegen die Krise. Es soll langfristig den Gewinn um 200 Millionen Euro verbessern.

    Die bereits mehrfach gesenkte Prognose für 2013 bestätigte der Vorstand. Offiziell rechnet er weiter mit einem Vorsteuerverlust in der Größenordnung von 400 Millionen Euro. Darin sind die Kosten für das eingeleitete Sparprogramm noch nicht enthalten. Erste Belastungen dürften im vierten Quartal anfallen. Zuletzt hatte Vorstandschef Fuhrmann schon angedeutet, dass sich der Fehlbetrag auf rund eine halbe Milliarde Euro summieren könnte. Ein Sprecher bezifferte die möglichen Rückstellungen für Abfindungszahlungen im vierten Quartal auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag. Insgesamt rechnet Salzgitter mit Kosten von 90 Millionen Euro durch die Stellenstreichungen.

    Nach neun Monaten steht vor Steuern bereits ein Fehlbetrag von 363 Millionen Euro. Das lag vor allem an hohen Abschreibungen aus dem zweiten Quartal, als Salzgitter den Buchwert seiner Tochter Peiner Träger deutlich nach unten korrigierte. Diese stellt Langstahl für die Baubranche her. Das Geschäft liegt seit dem Ende des Immobilienbooms in Südeuropa am Boden, weil sich die Preise nicht erholt haben. Im Zuge des Sparprogramms streicht der Konzern allein in Peine die Zahl der Arbeitsplätze um ein Viertel auf 800. Dafür hatte der Aufsichtsrat Ende September den Weg frei gemacht.

    Auch im dritten Quartal blieb das Unternehmen tief in den roten Zahlen. Vor Steuern stand ein Fehlbetrag von 64,3 Millionen Euro, nach 24,5 Millionen Minus vor einem Jahr. Der Umsatz ging um 14 Prozent auf 2,27 Milliarden Euro zurück. Unter dem Strich stand ein Verlust von 67,0 Millionen Euro nach einem Fehlbetrag von 25,7 Millionen vor einem Jahr.

    Bei Salzgitter gibt es derzeit wenig Lichtblicke. So herrscht in der Röhrensparte erheblicher Auftragsmangel. Im Pipelinegeschäft gibt es derzeit praktisch keine Aufträge - die Hoffnungen ruhen darauf, dass die 50-prozentige Tochter Europipe im nächsten Jahr den Zuschlag zum Bau eines Großteils der Rohre für die Gaspipeline South Stream bekommt. Das Präzisrohrgeschäft leidet zudem besonders unter der Schwäche der französischen Autohersteller. Auch der Kupferhersteller Aurubis - an dem Salzgitter 25 Prozent hält und der lange ein wichtiger Ergebnisbringer war - schrieb im dritten Quartal wieder rote Zahlen.

    Zumindest im Technologiegeschäft, zu dem vor allem der Anlagenbauer Klöckner-Werke gehört, gab es einen kleinen Gewinn. Der Bereich war lange das verlustreiche Sorgenkind des Konzerns. Der harte Umbau der vergangenen Jahre in der Sparte zahlt sich nun aber aus.

dpa-AFX

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