ABGAS-SKANDAL

Schadenersatz für Volkswagen-Aktionäre? - Was Anleger jetzt wissen müssen

Schadenersatz für Volkswagen-Aktionäre? - Was Anleger jetzt wissen müssen
27.10.2015 05:40:00

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DER MÖGLICHE FINANZIELLE SCHADEN FÜR VW



Wie groß könnten alleine in Deutschland die Schadenersatz-Forderungen von Aktionären sein?


Hier gibt es aktuell allenfalls grobe Schätzungen. Doch angesichts des Kurssturzes und der Tatsache, dass viele der betroffenen Anleger ihren Sitz in Deutschland haben, dürften Ansprüche in Milliardenhöhe, wie sie erfahrene Juristen aufrufen, nicht völlig aus der Luft gegriffen sein.

Welche finanzielle Belastung droht dem Volkswagen-Konzern insgesamt?


Der gesamte finanzielle Schaden aus dem Abgas-Skandal ist aktuell noch schwieriger einzuschätzen als der Schaden alleine Deutschland. Aber klar ist: Für VW wird es richtig, richtig teuer.
Das beginnt schon mit der Rückholaktion. Weltweit müssen rund elf Millionen Fahrzeuge mit dem fraglichen Motor der Baureihe EA 189 in die Werkstatt. Dort kriegen sie eine neue Software-Version verpasst. Außerdem müssen die Mechaniker bei einer der beiden Motor-Varianten auch noch an den Ventilen schrauben. Insgesamt hat Volkswagen für den Rückruf im laufenden Quartal schon mal 6,5 Milliarden Euro zurückgelegt und die Prognose fürs laufende Jahr kassiert.
Ein weiterer dicker Batzen dürfte für die Anwälte draufgehen. Alleine in den USA könnte so während des wohl jahrelangen Verfahrens locker ein dreistelliger Millionen-Betrag zusammen kommen.
Zudem wollen erste Länder bereits Subventionen für Dieselfahrzeuge zurück. So hat etwa Spanien eine Abwrackprämie beim Kauf schadstoffarmer Autos ausgezahlt. Im Falle VW sind die jetzt gar nicht so schadstoffarm. Jetzt muss VW wohl blechen.
Dazu kommen der schwer zu beziffernde Imageschaden, absehbare Absatzrückgänge und dann - und das dürfte wohl am teuersten werden - milliardenschwere Schadenersatzforderungen. In Deutschland, den USA, Österreich, Italien oder Australien werden Sammelklagen vorbereitet. Und das ist immer noch der Anfang. Im "schlimmsten Fall", schätzt JP Morgan, kostet das Diesel-Debakel den Konzern "40 Milliarden Euro". Der Konzern, warnte denn auch der neue VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch auf einer internen Veranstaltung laut Welt am Sonntag unlängst, sei in "einer existenzbedrohenden Krise".

Auf Seite 5: Wie lange könnte es dauern, bis der Schadenersatz auch tatsächlich auf dem Konto von Aktionären ist?



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Bildquelle: Axel Schmidt/Reuters, Michael Dannenmann/Rotter Rechtsanwälte

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