Dafür ging es für einige profitierende Unternehmen aus dem Gesundheitsbereich weiter hoch - vor allem für die Impfstoffentwickler.

Börsianer begannen am Montag damit, die Gefahrenlage nach den ersten Schockwellen vom Freitag etwas weniger aufgeregt zu beurteilen. Laut den Experten der österreichischen Raiffeisen-Bank handelt es sich zwar um eine vermutlich hochansteckende Variante. Wichtiger als das seien aber wohl die damit einhergehenden Symptome. Hier stimme der Umstand, wonach die entdeckten Fälle nur milde Symptome aufwiesen, optimistisch. Im besten Falle entwickele sich das Virus durch die Omikron-Variante also weiter in Richtung einer endemischen Variante - mit zwar höherer Übertragbarkeit, aber einer geringeren Gefährlichkeit.

Für mehr Klarheit werde es wohl noch zwei, drei Wochen dauern, glauben die Österreicher. Die jüngsten Ereignisse zeigten, dass im Rahmen der Pandemie weiter immer wieder Rückschläge drohten. Restriktivere Maßnahmen bärgen zwar die Gefahr einer akzentuierteren und nach Sektoren differenzierten wirtschaftlichen Delle, einen globalen Lockdown wie 2020 erwarten die Raiffeisen-Experten in der aktuellen Situation aber "auf keinen Fall mehr".

Solche Gedanken dürften nun auch das Interesse an den Profiteuren eines Lockdowns wieder gebremst haben: Im Dax (DAX 40) fielen die Papiere des Kochboxen-Lieferanten HelloFresh sowie des Online-Händlers Zalando um bis zu 2,2 Prozent, während jene der Shop Apotheke (Shop Apotheke Europe NV) im SDax 1,7 Prozent verloren. Auch die Aktien des Homeoffice-Profiteurs TeamViewer beendeten ihre Freitagserholung schon wieder, indem sie um fast zwei Prozent absackten.

Weiter rege nachgefragt blieben dagegen die Impfstoffwerte, angeführt von Biontech (BioNTech (ADRs)): Die Papiere des Mainzer Konzerns erreichten am Montag zwischenzeitlich ein Hoch seit Mitte August, zuletzt gewannen sie im Tradegate-Handel noch etwa vier Prozent. Ein Experte betonte, die neue Corona-Variante sei speziell für den Impfstoff-Pionier eine Chance, die Erfolgsgeschichte weiter zu schreiben. Experte Martial Descoutures von Oddo BHF sieht einen Segen in der Schnelligkeit, mit der die mRNA-Impfstoffe angepasst werden könnten.

Biontech und Moderna hatten schon am Freitag wegen der Angst vor der Variante kräftig angezogen, die Moderna-Aktien im New Yorker Handel sogar um letztlich 20 Prozent. Biontech hatte vor dem Wochenende schon mitgeteilt, seinen Impfstoff innerhalb von sechs Wochen anpassen und erste Chargen innerhalb von 100 Tagen ausliefern zu können. Ähnliches verlautete auch vom US-Wettbewerber Moderna, der laut der Aussage eines Managers schon am vergangenen Donnerstag mit der Arbeit an einem angepassten Impfstoff gegen die Omikron-Variante begonnen hat.

Von der Biontech-Rally profitierte auch die Aktie des Kooperationspartners Dermapharm, der den mRNA-Impfstoff des Mainzer Unternehmens mit produziert. Die Papiere des Pharmaunternehmens rückten im SDAX um 2,2 Prozent vor. Die Papiere des Labordienstleisters SYNLAB kletterten dort außerdem um 1,8 Prozent hoch.

dpa-AFX