VIRUS: 87 weitere Tote wegen Corona in Türkei - Ärzte zweifeln Zahlen an

VIRUS: 87 weitere Tote wegen Corona in Türkei - Ärzte zweifeln Zahlen an
08.04.2020 20:01:42

ISTANBUL (dpa-AFX) - In der Türkei sind offiziellen Angaben zufolge innerhalb der vergangenen 24 Stunden weitere 87 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Damit sei die Gesamtzahl der Toten auf 812 gestiegen, sagte Gesundheitsminister Fahrettin Koca am Mittwochabend. Zudem seien weitere 4117 Menschen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Die Gesamtzahl der Infizierten liege damit bei 38 226, während die Zahl der Tests auf rund 25 000 gesteigert worden sei. Die WHO hatte zuvor in einem Tweet von "einem dramatischen Anstieg bei der Verbreitung des Virus über die vergangene Woche" gesprochen. Erholt haben sich der Regierung zufolge bisher rund 1850 Menschen.

Die türkische Ärztevereinigung TTB zweifelt derweil vor allem die Zahl der offiziell erfassten Todesfälle an. In einer am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme hieß es, es sei "auffallend", dass die Zahl der Covid-19-Fälle ansteige, die Grafik der Todesfälle aber nicht entsprechend verlaufe. Der Zentralrat der Türkischen Ärztevereinigung habe festgestellt, dass das Ministerium bei der Meldung der Tode nicht die von der WHO empfohlenen "Codes" benutze, hieß es in der Stellungnahme weiter. Die müssten sofort angewandt und die seit Februar verzeichneten Todesfälle damit überprüft werden.

Den viel zitierten Daten der Johns-Hopkins-Universität in den USA zufolge liegt die Türkei auf Platz neun der am schwersten betroffenen Länder. Die türkische Regierung hat bisher darauf verzichtet, eine landesweite Ausgangssperre zu verhängen - auch, um die bereits angeschlagene Wirtschaft nicht weiter zu beeinträchtigen. Sie hat jedoch viele andere Maßnahmen getroffen. Unter anderem wurden Schulen und Universitäten, Cafés und Bars geschlossen, Großveranstaltungen und gemeinsame Gebete in Moscheen verboten und 31 Städte nach außen weitgehend abgeschottet. Für Menschen ab 65 Jahre, chronisch Kranke und Unter-20-Jährige gelten Ausgangsverbote./rcf/DP/fba

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