VIRUS/ROUNDUP 2: BMW stoppt europäische Werke für 4 Wochen - Marge unter Druck

VIRUS/ROUNDUP 2: BMW stoppt europäische Werke für 4 Wochen - Marge unter Druck

WKN: 519000 ISIN: DE0005190003 BMW AG

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26.05.2020 - 18:39
18.03.2020 11:05:41

(neu: Aussagen aus Pk und Werksstopp Europa und Südafrika, mehr Details.)

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der Autobauer BMW geht angesichts der Coronakrise von einer deutlichen Belastung im Kerngeschäft aus und fährt seine Werke in Europa und Südafrika für vier Wochen herunter. Im laufenden Jahr dürfte die operative Marge des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern im Automobilbau nur noch zwischen 2 und 4 Prozent liegen nach 4,9 Prozent im Vorjahr, teilte der Dax (DAX 30)-Konzern am Mittwoch in München mit. Der Absatz von Autos wird vom Management nun deutlich unter dem Vorjahr erwartet, bisher ging BMW noch von einem leicht steigenden Absatz aus.

Dabei gehen die Münchener von einer Belastung der operativen Marge im Autogeschäft von rund 4 Prozentpunkten aus, bedingt durch die Ausbreitung des Coronavirus sowie die Maßnahmen dagegen. Diese dürften vor allem das erste Halbjahr treffen, hieß es. "Dabei ist unterstellt, dass sich die Absatzsituation in allen Märkten jeweils nach einigen Wochen wieder normalisieren wird", sagte Finanzchef Nicolas Peter.

"Ab heute fahren wir unsere europäischen Automobilwerke und das Werk Rosslyn in Südafrika herunter", sagte Vorstandschef Oliver Zipse. "Die Produktionsunterbrechung wird voraussichtlich bis zum 19. April eingeplant." Die Ausbreitung des Coronavirus dürfte die Nachfrage nach Autos in allen wesentlichen Märkten erheblich beeinträchtigen, teilte das Unternehmen mit. "Bei uns folgt die Produktion der prognostizierten Absatzentwicklung. Unser Produktionsvolumen passen wir flexibel der Nachfrage an", sagte Zipse.

Während BMW die chinesischen Werke zuletzt wieder hochgefahren und die Händler im wichtigsten Einzelmarkt zu großen Teilen wieder ihre Tore geöffnet haben, trifft es nun die Heimat von BMW wie auch bei den Rivalen. Auch VW (Volkswagen (VW) vz), AUDI und Daimler hatten bereits eine Unterbrechung der Produktion wegen der Coronavirus-Krise angekündigt. Audi und der Lastwagenbauer MAN beantragten bereits Kurzarbeit.

BMW-Betriebsratschef Manfred Schoch sagte, die Gesundheit der Mitarbeiter müsse geschützt und ihre Arbeitsplätze und Einkommen müssten abgesichert werden. Ein BMW-Tarifmitarbeiter bekomme auch bei Kurzarbeit mindestens 93 Prozent seines Nettolohns. Mit Kurzarbeit, flexiblen Arbeitszeitkonten und Homeoffice werde BMW die Belegschaft sicher durch die Krise steuern.

Die BMW-Stammaktie rutschte am Vormittag nach Handelsbeginn auf ein weiteres Tief in der Coronakrise ab und verlor fast 8 Prozent auf 37,21 Euro. Das Papier war bereits in den vergangenen Wochen mit dem Markt heftig unter Druck geraten, noch im Dezember war es im Hoch über 77 Euro noch mehr als doppelt so viel wert wie derzeit. Die Dividende für die Stämme hatte BMW bereits deutlich um einen Euro auf 2,50 Euro gekürzt.

Weil auch die Finanzdienstleistungen bei den Neuverträgen von der Krise betroffen sind, soll das gesamte Konzernergebnis vor Steuern 2020 noch einmal deutlich unter dem Vorjahr liegen. Deutlich bedeutet bei BMW einen Rückgang um mehr als 10 Prozent. Bereits 2019 war das Vorsteuerergebnis unter anderem wegen hoher Vorleistungen und einer milliardenschweren Kartellrückstellung um 26,1 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro zurückgegangen.

Im laufenden Jahr rechnet Finanzchef Peter damit nur mit bis zu 6,4 Milliarden Euro Gewinn vor Steuern. Ohne die Coronakrise hätte der Konzern einen deutlich steigenden Vorsteuergewinn angepeilt, sagte Peter. Auch der freie Mittelzufluss kommt unter Druck, immerhin soll der Free Cashflow nach 2,6 Milliarden Euro im Vorjahr noch positiv ausfallen./men/jha/mis

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