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Volkswagen macht bei E-Antrieben mächtig Druck - Was Anleger jetzt tun sollten

Volkswagen macht bei E-Antrieben mächtig Druck - Was Anleger jetzt tun sollten

WKN: 766403 ISIN: DE0007664039 Volkswagen (VW) AG Vz.

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25.06.2018 - 17:35
15.03.2018 03:40:00

Volkswagen will das Tempo beim Ausbau der Elektromobilität weiter erhöhen, konventionelle Antriebe aber nicht vernachlässigen. Das machte Konzern-Chef Matthias Müller auf der Jahrespressekonferenz am Dienstag in Berlin deutlich. Was der VW-Boss sonst noch vorhat, welche Marke besonders margenstark ist, was Anleger jetzt wissen müssen. Von Thomas Schmidtutz

Nach den Plänen wollen die Wolfsburger bis 2025 insgesamt 80 elektrifizierte Autos im Portfolio haben, der E-Auto-Absatz soll bis dahin auf drei Millionen Fahrzeuge steigen, kündigte Müller am Dienstag vor der Presse in Berlin an. Angesichts der ehrgeizigen Ziele will Volkswagen seine Werke in den nächsten Jahren großflächig umrüsten. Bis zum Jahr 2022 werde man an 16 Standorten batterie-elektrische Fahrzeuge produzieren. Derzeit sind es drei. Ab 2019 werde "praktisch jeden Monat" ein neues E-Modell auf den Markt kommen, kündigte Müller an.



Unter anderem sollen etwa im Werk in Zwickau künftig ausschließlich E-Autos vom Band rollen. Alleine für die nötigen Batterien habe man bereits Aufträge im Volumen von 20 Milliarden Euro vergeben. Eine Einigung in Nordamerika stehe kurz bevor.


Einen Ausstieg aus dem Geschäft mit Benzinern und Dieseln-Fahrzeugen planen die Niedersachsen trotz der Milliarden-Offensive bei alternativen Antrieben nicht. Im Gegenteil: Alleine im kommenden Jahr will der weltgrößte Autobauer laut Müller fast 20 Milliarden Euro in traditionelle Antriebskonzepte investieren. Über die nächsten fünf Jahre sollen es über 90 Milliarden werden. Aktuelle Diesel-Fahrzeuge nach Euro6-Standard erfüllten schon jetzt alle Vorgaben des Gesetzgebers. Der Diesel müsse daher "Teil der Lösung" sein, sagte Müller mit Blick auf den Klimaschutz.

Nach den Ende Februar veröffentlichten Eckzahlen hat Volkswagen den Umsatz im vergangenen Jahr um rund sechs Prozent auf 230 Milliarden Euro gesteigert. Das operative Ergebnis verdoppelte sich auf 13,8 Milliarden Euro, der Überschuss stieg mit einem Plus von gut 116 Prozent auf 11,6 Milliarden Euro sogar noch stärker. Damit übertraf der Konzern auch die entsprechenden Werte aus dem Jahr 2014, als die Dieselkrise die Volkswagen-Bilanz noch nicht belastet hatte.

Das gute Abschneiden verdankt der Konzern vor allem den Fortschritten bei VW. In ihrer Kernmarke verbesserten die Wolfsburger das operative Ergebnis um knapp 77 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro. Höhere prozentuale Zuwächse schafften nur VW Nutzfahrzeuge (87,5 Prozent) und die Münchner Lkw-Tochter MAN mit einem Anstieg von 57,4 Prozent.

Sorgenkind mit vier Ringen



Sorgenkind im Pkw-Geschäft bleibt Audi. Die Premium-Marke steuerte mit rund fünf Milliarden Euro zwar erneut den Löwenanteil zum operativen Ergebnis bei, fiel aber bei der Profitabilität gegenüber der Volumenmarke Skoda weiter zurück. Während Audi die operative Marge zuletzt um flaue 40 Basispunkte auf 8,4 Prozent verbesserte, schafften die Tschechen einen Zuwachs von 100 Punkten auf 9,7 Prozent. Spitzenreiter war indes erneut Porsche. Mit einer operativen Marge von 18,5 Prozent ist der Stuttgarter Sportwagenbauer erneut der profitabelste Autobauer der Welt.



Fragen zum möglichen Konzernumbau oder einem Börsengang der Nutzfahrzeug-Sparte wichen Müller und Finanzchef Frank Witter am Dienstag jedoch wiederholt aus. Die "Reduzierung von Komplexität und die Erhöhung der Schlagkraft im Konzern" seien "Daueraufgaben für den Vorstand", erklärte Müller schmallippig. Dabei hatte Müller erst auf dem Genfer Automobil-Salon Berichte zu Überlegungen für einen möglichen IPO von Volkswagen Bus & Truck bestätigt.

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Bildquelle: Fabian Bimmer/Reuters

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