WDH/DGB-Chef Hoffmann: Frauenquote war überfälliges Signal

WDH/DGB-Chef Hoffmann: Frauenquote war überfälliges Signal
23.11.2020 14:21:38

(Der Name des DGB-Chefs wurde durchgehend berichtigt. Er heißt Reiner Hoffmann rpt Hoffmann.)

BERLIN (dpa-AFX) - Der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), Reiner Hoffmann, hat die Einigung der Regierungskoalition auf eine Frauenquote in Vorständen als "überfällig" bezeichnet. "Es ist einfach nur noch peinlich, nach jahrelanger, offensichtlich wirkungsloser Selbstverpflichtung der Wirtschaft das Gegenteil zu behaupten", teilte er am Montag mit. "Der Wirtschaftsflügel der Union sollte endlich die Herzen für eine zeitgemäße Politik öffnen."

Die schwarz-rote Koalition hatte sich am Freitagabend grundsätzlich auf eine verbindliche Frauenquote in Vorständen geeinigt. Der sogenannte Wirtschaftsflügel der CDU/CSU-Fraktion kündigte zuletzt Widerstand an: "Wir brauchen ein Stoppschild, um die freiheitlich-soziale Marktwirtschaft nicht durch noch mehr Überregulierung in Frage zu stellen. Deshalb werden wir alles dafür tun, um diese Vorstandsquote zu verhindern", sagte der Vizechef des Parlamentskreises Mittelstand (PKM), Hans Michelbach (CSU), der "Saarbrücker Zeitung" (Montag).

Der Einigung der Regierung zufolge muss in Vorständen börsennotierter und paritätisch mitbestimmter Unternehmen mit mehr als drei Mitgliedern spätestens ab einer Neubesetzung ein Mitglied eine Frau sein. Die Einigung soll in den kommenden Tagen den Koalitionsspitzen zur abschließenden Entscheidung vorgelegt werden. DGB-Chef Hoffmann nannte das Ziel "bescheiden" und forderte: "Gerade in größeren Vorständen müssen Frauen mindestens gemäß ihrer Repräsentanz im Unternehmen vertreten sein."/maa/DP/mis

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