Der Leasinganbieter Grenke will die Folgen der Corona-Pandemie und die Bilanzmanipulationsvorwürfe möglichst bald hinter sich lassen. "Wir haben wesentliche Meilensteine erreicht und schauen mit großer Zuversicht nach vorne", sagte Grenke-Chefin Antje Leminsky am Montag bei der Präsentation der Quartalszahlen. Im Laufe des Jahres werde das auf Leasing für IT-Ausrüstung und Büromaschinen fokussierte Unternehmen die Ergebnisse aus den Sonderprüfungen durch Wirtschaftsprüfer und die BaFin umsetzen. Auch das zuletzt gelittene Neugeschäft soll im zweiten Halbjahr wieder zulegen. "Wir gehen davon aus, mit dem Ende der Pandemie in eine Wachstumsphase einzutreten", sagte Leminsky. Im ersten Quartal war das Neugeschäft um 39 Prozent auf 536 Millionen Euro eingebrochen. Der Gewinn fiel um 18 Prozent auf 14 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr erwartet Grenke einen Überschuss zwischen 50 und 70 Millionen Euro nach 88,4 Millionen Euro im Jahr 2020. Belastend wirken sich auch die Kosten für diverse Sonderprüfungen aus. Grenke wurde im vergangenen Jahr von dem Leerverkäufer Fraser Perring mit Vorwürfen der Bilanzfälschung, Geldwäsche und des Betrugs überzogen. Gleichzeitig mit der Veröffentlichung des Berichts im Internet wettete Perring auf einen Kurssturz. Grenke hat eigene Prüfungen eingeleitet, außerdem schaut sich die BaFin den Vorfall an. Mögliche rechtliche Schritte gegen Perring prüfe der Vorstand nach wie vor, sagte Leminsky. "Wir haben Chancen und Risiken einer Klage noch nicht abgewogen, sondern uns erst einmal auf die Aufarbeitung der Vorwürfe fokussiert." Grenke geht fest davon aus, Anfang Juni bei der nächsten Indexüberprüfung wieder in den SDax aufgenommen zu werden. Weil der Geschäftsbericht verspätet vorgelegt wurde, hatte die Deutsche Börse Grenke aus dem Kleinwerteindex ausgeschlossen.

dpa-AFX