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Wirecard-Absturz: Kleinaktionär rechnet mit Deutscher Börse ab

Wirecard-Absturz: Kleinaktionär rechnet mit Deutscher Börse ab

WKN: 747206 ISIN: DE0007472060 Wirecard AG

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19.02.2019 - 19:59
14.02.2019 03:00:00

Der Kursverfall des DAX-Werts Wirecard erzürnt immer mehr Anleger. Dabei gerät auch der Frankfurter Börsenbetreiber zunehmend in die Kritik. Von Wolfgang Ehrensberger



Der Absturz der Wirecard-Aktie nach mehrfach in der "Financial Times" lancierten Betrugsvorwürfen bringt nicht nur Wirecard-Chef Markus Braun zunehmend unter Druck. Immer mehr Wirecard-Kleinaktionäre reagieren zunehmend verärgert auch auf das Verhalten der Deutschen Börse. Der Frankfurter Börsenbetreiber sieht bislang keinen Anlass, bei den teilweise dramatischen Abstürzen der Wirecard-Aktie um bis zu 30 Prozent einzugreifen, die eher an einen Penny-Stock erinnern als an ein DAX-Unternehmen - und ganz sicher kein Aushängeschild für den Finanzplatz Deutschland sind.



"Erneut habe ich als Aktionär von Wirecard viel Geld verloren - nicht aus Pech, Uninformiertheit oder wegen unglücklicher Spekulation, sondern weil vage Gerüchte die Runde machen und zu dieser unsäglichen Aktienkursentwicklung führen. Und Sie als Börsenbetreiber stehen nur da und schauen achselzuckend zu", schreibt ein wütender Anleger in einem Protestbrief an die Deutsche Börse, der dem Finanzportal BOERSE-ONLINE.de vorliegt. "Sie sind Aufseher der deutschen Börsen", schreibt der Aktionär weiter. "Sie haben deshalb auch eine besondere Verantwortung für die deutsche Aktienkultur. Ich kann nicht erkennen, dass Sie dieser Verantwortung gerecht werden."


√ Die Deutsche Börse müsse bei Vorgängen wie bei Wirecard frühzeitig einschreiten und die Aktie vorläufig vom Handel aussetzen. "Es kann nicht sein, dass eine im höchsten deutschen Index notierte Aktie Kapitalisierungsverluste in derartigen Größenordnungen nur aufgrund irgendwelcher Gerüchte erleidet."

Für den Briefeschreiber steht letztlich die Glaubwürdigkeit der deutschen Börsen mit ihrem Gütesiegel DAX auf dem Spiel. "Wenn man schon einem DAX-Wert nicht mehr trauen darf, wem dann?"

Seit Beginn der Berichterstattung in der FT über angebliche finanzielle Unregelmäßigkeiten hat das Unternehmen Wirecard fast zehn Milliarden Euro Börsenwert verloren. Die Deutsche Börse hat bislang ein Aussetzen des Kurses bei Wirecard abgelehnt. "Eine Aussetzung kommt nur in Frage, wenn der ordnungsgemäße Börsenhandel gefährdet erscheint", heißt es dazu bei der Deutschen Börse. Dies sei bei Wirecard bislang nicht der Fall gewesen.

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Bildquelle: Andreas Pohlmann/Wirecard

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