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Wirecard-Aktie: Deutsche Börse sieht derzeit keinen Anlass für Eingreifen

Wirecard-Aktie: Deutsche Börse sieht derzeit keinen Anlass für Eingreifen

WKN: A0ES5S ISIN: AU000000RNC6 Real Estate Corp Ltd

04.02.2019 07:10:46

Deutsche-Börse-Sprecher: "DAX-Mitgliedschaft steht nicht zur Diskussion" - Parallelen zu VW-Kursexplosion 2008. Von Wolfgang Ehrensberger



Die Deutsche Börse hat sich zu den starken Kurseinbrüchen der Wirecard-Aktien nach Berichten über finanzielle Unregelmäßigkeiten des Aschheimer Zahlungsabwicklers geäußert. Es gebe Parallelen zur VW-Kursexplosion im Jahr 2008. Anlass zu einem Eingreifen sieht der Frankfurter Börsenbetreiber aber nicht.



Deutsche-Börse-Sprecher Andreas von Brevern sagte dem Finanzportal boerse-online.de am Wochenende, man beobachte aufmerksam die starken Kursbewegungen der Wirecard-Aktie. Nach Berichten in der "Financial Times" über finanzielle Unregelmäßigkeiten war der Wirecard-Kurs am Mittwoch um bis zu 25 Prozent und am Freitag über 30 Prozent eingebrochen. "Das sind inzwischen natürlich Dimensionen, wie wir sie zuletzt etwa bei der VW-Aktie im Jahr 2008 beobachtet haben", sagte von Brevern. "Wir sehen derzeit aber keinen Grund, da in irgendeiner Form bei den Regularien einzugreifen. Insbesondere halten wir Forderungen für unbegründet, die DAX-Mitgliedschaft von Wirecard jetzt auf den Prüfstand zu stellen."


An der Börse hatte der erneute Kurseinbruch am Freitag für Unruhe gesorgt. Marktteilnehmer befürchteten, dass das Vertrauen der Investoren durch derartige Vorgänge nachhaltig geschädigt werden könnte. Andere sehen den Ruf des deutschen Leitindex DAX in Gefahr, "wenn ein milliardenschwerer Einzelwert Schwankungen aufweist wie ein Penny-Stock". Forderungen wurden laut, bei derart extrem hoher Volatilität von DAX-Werten standardmäßig zu prüfen, ob eine Mitgliedschaft im Leitindex noch gerechtfertigt sei.

Die VW-Aktie war im Herbst 2008 nach einer heftigen Kursrally auf einen Wert von über 1000 Euro hochgeschossen. Hintergrund war die Übernahmeschlacht zwischen Porsche und VW. Am 26. Oktober 2008, einem Sonntag, hatte die Porsche SE überraschend mitgeteilt, sie habe "aufgrund der dramatischen Verwerfungen an den Finanzmärkten" die Kontrolle über 74 Prozent der VW-Stammaktien übernommen. Da das Land Niedersachsen weitere 20 Prozent hält, waren nur noch geringe Restbestände frei handelbar. Da Porsche zudem ankündigte, die Beteiligung womöglich auf 75 Prozent auszubauen, setzte an den darauffolgenden Handelstagen ein beispielloser Run auf VW-Aktien ein. Viele Investoren, die auf fallende VW-Kurse gesetzt und Aktien leer verkauft hatten, kauften zu immer höheren Preisen nach. Die VW-Aktie verfünffachte ihren Wert und überschritt am 28. Oktober kurzzeitig die 1000-Euro-Marke. VW war damals zeitweise das Unternehmen mit dem weltweit höchsten Börsenwert.


Bildquelle: Wirecard AG

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