BILANZFÄLSCHUNG

Wirecard-Aktie: Zwischen Aufklärung und neuer Attacke - das sagen die Analysten

Wirecard-Aktie: Zwischen Aufklärung und neuer Attacke - das sagen die Analysten

WKN: 747206 ISIN: DE0007472060 Wirecard AG

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14.11.2019 - 16:39
24.10.2019 03:45:00

Der Zahlungsabwickler Wirecard lässt Vorwürfe der Bilanzfälschung extern prüfen. Analysten sehen wichtigen Schritt zur Aufklärung. Aber: "Die FT wird weiterbohren". Von Wolfgang Ehrensberger

Der Zahlungsabwickler Wirecard ist einen Schritt auf seine Kritiker zugegangen und hat eine externe Sonderprüfung eingeleitet. Demnach soll die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG die von der britischen Zeitung "Financial Times" (FT) erhobenen Vorwürfe "umfassend und unabhängig" aufklären. Die FT hatte zuvor über manipulierte Umsatz- und Gewinnzahlen bei Auslandstöchtern berichtet. Daraufhin war der Kurs um fast ein Viertel eingebrochen. Auf die angekündigte externe Sonderprüfung reagierte die Aktie am Montag mit einem Kurssprung um bis zu acht Prozent.

Analysten stuften die Prüfung am Montag als Schritt in die richtige Richtung und vertrauensbildende Maßnahme ein. Allerdings müsse das Unternehmen diesen Weg nun auch konsequent weitergehen, so der Tenor. Knut Woller von der Baader Bank erwartet sich "endgültige Aufklärung" der FT-Vorwürfe. Wirecard habe bislang in dieser Angelegenheit aus der Defensive gehandelt. "Jetzt legen sie den Hebel um", so Woller. Die US-Bank JP Morgan erklärte, für eine grundsätzliche Neubewertung der Wirecard-Aktie müsse der Zahlungsabwickler noch deutlich mehr Transparenz zeigen. Während Woller für die Aktie eine Kaufempfehlung abgibt, bewertet die US-Bank das Papier mit "Halten".

Für Nord-LB-Analyst Wolfgang Donie wiederum ist die Zulassung einer externen Sonderprüfung "ein wichtiger Schritt, um das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen". Wenn sich die Vorwürfe gegen den Zahlungsabwickler auch bei dieser Untersuchung als haltlos erweisen sollten, stärke das die Glaubwürdigkeit des Unternehmens und der bilanziellen Berichterstattung. Bis dahin dürften allerdings latente Zweifel das Kurzpotenzial bremsen, sagte Donie gegenüber boerse-online.de. "Und es ist auch nicht auszuschließen, dass die FT nicht lockerlässt und an anderer Stelle weiterbohrt und versucht, Unregelmäßigkeiten offenzulegen. Das könnte die Wirecard-Aktie erneut unter Druck bringen." Donie empfiehlt die Aktie dennoch zum Kauf, hat das Ziel aber von 195 auf 145 Euro gesenkt. Die Investmentbank Mainfirst wiederum hat die Kaufempfehlung auf "Halten" reduziert und das Kursziel von 220 auf 150 Euro.

Und welche Großaktionäre auf Wirecard setzen, lesen Sie hier.

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Bildquelle: wirecard AG

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