Zugunglück von Viareggio: Haft für deutsche Manager bestätigt

Zugunglück von Viareggio: Haft für deutsche Manager bestätigt
20.06.2019 15:57:40

ROM (dpa-AFX) - Fast genau zehn Jahre nach einem Zugunglück im toskanischen Viareggio mit 32 Toten hat ein Berufungsgericht die Haftstrafe für mehrere Manager, darunter auch Deutsche, bestätigt. Das Gericht in Florenz sprach am Donnerstag allerdings einen deutschen Mitarbeiter des Güterwagenunternehmens GATX Rail Europa frei, wie eine Sprecherin des Unternehmens der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Der Mann hatte in erster Instanz eine knapp neun Jahre lange Haftstrafe bekommen.

Im Urlaubsort Viareggio war am späten Abend des 29. Juni 2009 ein mit Flüssiggas beladener Zug entgleist. Einige Tankwagen kippten dabei um, einer brach auf. Das Gas explodierte und verwüstete das Stadtviertel in Bahnhofsnähe. Häuser stürzten ein, Autos gingen in Flammen auf. Die Unfallursache war möglicherweise ein Riss an einem Rad.

Der Mammutprozess begann im November 2013, 33 Manager saßen auf der Anklagebank. Mehrere deutsche Mitarbeiter hätten ihre zwischen acht und neun Jahre langen Haftstrafen um einige Monate reduziert bekommen, so die GATX-Sprecherin. Die Anklage reichte von Herbeiführen eines Zugunglücks bis zu mehrfacher fahrlässiger Tötung. GATX kündigte eine erneute Berufung an, weil sich die Mitarbeiter "ordnungsgemäß" verhalten hätten.

Das Verfahren geht dann zum höchsten Gericht Italiens in Rom. Die Güterwaggons waren von GATX und dem dazugehörigen Unternehmen Jungenthal in Hannover gewartet worden./reu/DP/fba

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