Auf das Signal, fertig, los", so lautet die Devise von Tradern. Auf dem Bildschirm flackern nicht nur ständig die neuesten Kurse auf, auch die Charts aktualisieren sich zusammen mit den technischen Hilfslinien im Sekundentakt. Und so setzt der Trader mal auf steigende, mal auf fallende Kurse - je nachdem, welchen Weg ihm die Indikatoren weisen.

Das hört sich spannend an und klingt gleichzeitig nach viel Geld. Doch selbst wenn dem so sein mag, sollten sich Anleger niemals blindlings ins Trading stürzen. Es gilt einerseits, die Funktionen der technischen Werkzeuge genau zu kennen, und andererseits einfache Börsenregeln wie "Setze nie alles auf ein Pferd" oder "Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen" zu beherzigen. Zudem ist beim Trading das Timing ganz entscheidend. Vor jedem Kauf sollte daher nicht nur ein einziger Indikator isoliert betrachtet werden.

Generell ist Trading aber nicht nur den Profis vorbehalten. Jeder Otto-Normal-Anleger hat in der heutigen Zeit einfachen Zugang zu verschiedensten charttechnischen Mitteln und kann hier Strategien entwickeln. Je nach Basiswert sind dann Direktinvestments möglich oder es können Produkte wie Mini Futures, Optionsscheine oder auch CFDs eingesetzt werden. Diese haben aufgrund ihrer Hebelfunktionen den Vorteil, dass weniger Kapital benötigt wird. Allerdings sind auch überproportional hohe Verluste bis hin zum Totalverlust - etwa bei einem Knock-out - möglich.

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Geschicktes Wendemanöver

Um Tradingideen zu finden, haben wir die Märkte nach charttechnischen Signalen durchforstet. Dabei ist uns eine interessante Situation im Daimler-Chart aufgefallen. Während die Konkurrenz aus München und Wolfsburg, also BMW und VW, im Vorwärtstempo unterwegs ist, kam es bei den Stuttgartern jüngst zu einer Korrekturphase. Diese aber endete, wie schon im November 2014, bei der 55-Tage-Linie. Die Daimler-Aktie setzte auf diesem Gleitenden Durchschnitt auf und drehte daraufhin wieder nach oben. Bei diesem Wendemanöver gelang dem Kurs auch der Durchbruch durch den kurzfristigen Abwärtstrend.



Ein passendes Einstiegssignal liefert nun der Oszillator "Slow Stochastik". Dieser Indikator wurde erfunden, um Richtungswechsel im Kurs schnell sichtbar zu machen. Er zeigt innerhalb der Handelsspanne einer festgelegten Berechnungsperiode an, wo sich der aktuelle Schlusskurs befindet. Dazu wird die Spanne zwischen dem höchsten und dem tiefsten Kurs des Betrachtungszeitraums ermittelt. Zudem wird noch eine sogenannte Signallinie berechnet, die sich ebenfalls in der Skala des Indikators zwischen 0 und 100 bewegt. Schneidet diese nun den Indikator nach oben, wie es im Beispiel Daimler der Fall ist, entspricht dies einem Kaufsignal. Faustregel: Werte ab 80 gelten als überkauft, unter 20 zeigen sie dagegen eine überverkaufte Lage an.

Anleger können die Daimler-Aktie, die wir auch unter längerfristigen Gesichtspunkten als Favorit im DAX einstufen, auf klassische Weise wie auch über Derivate handeln. CFDs oder Knock-outs eignen sich besonders, um zeitnah eine Kurswende zu hebeln. Eine attraktive Anlagelösung, welche eine kurzund langfristige Strategie zulässt, bietet das Faktor-Zertifikat der Commerzbank. Es verfügt sowohl über einen Hebel - der aufgrund einer besonderen Berechnung immer konstant bleibt - wie auch über eine Open-End-Laufzeit, sodass der Tradingzeitraum frei bestimmt werden kann. Zudem befindet sich, anders als beispielsweise bei Mini-Futures, kein Knock-out in dem Produkt.

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Währungspaar short

Die Stochastik sowie Gleitende Durchschnitte liefern auch beim Währungspaar EUR/JPY ein Einstiegssignal - allerdings auf der Shortseite. Zum einen kreuzte kürzlich die fallende 100-Tage-Linie des Euro- Yen-Kurses den 200-Tage-Durchschnitt, was im Fachjargon gern als "Death Cross" bezeichnet wird. Zum anderen zeigt auch der Slow Stochastik einen Richtungswechsel an und macht damit das Verkaufssignal perfekt. Zeitgleich beschleunigte das Währungspaar seinen mittelfristigen Abwärtstrend und markierte ein neues Jahrestief. Effektiv am Währungsmarkt können Anleger mit CFDs traden oder auch beispielsweise mit dem Put-Optionsschein der Société Générale. Das Derivat verfügt über einen Hebel von 55 und der Strike liegt mit 120 Yen in greifbarer Nähe. Die Laufzeit endet am 15. Dezember 2015.



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Italiens Bluechips long

Zu einem in der technischen Analyse viel beachteten "Golden Cross", also einem positiven Kreuzen der 100- und 200-Tage- Linie, kam es jüngst beim italienischen Leitindex FTSE MIB. Aufgrund dieses dynamischen Vorstoßes, welcher durch einen engen Aufwärtstrendkanal begleitet wird, gelang dem Barometer auch der Ausbruch aus einer langjährigen Seitwärtsphase. Aktuell notieren die italienischen Bluechips so hoch wie seit Mitte 2008 nicht mehr. Für spekulative Naturen steht unter anderem das Knock-out-Papier der BNP mit Hebel 13,5 zur Verfügung. Wem allerdings eine 1 : 1-Partizipation reicht, der kann auf den Tracker der HVB zurückgreifen.