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CFDs - Riskanter Spaß: Strengere Regeln, Tipps für den Handel

CFDs - Riskanter Spaß: Strengere Regeln, Tipps für den Handel
23.04.2019 03:20:00

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Harte Zeiten für Broker. Das hinterlässt Spuren in den Bilanzen der Broker. So berichtet die IG Group für das zweite Halbjahr 2018 von einem Minus der Nettohandelsumsätze in der EU von 30 Prozent. Die Zahl der aktiven Kunden fiel EU-weit um 15 Prozent. Außerhalb der EU wuchs das Geschäft zwar, konnte aber den Rückgang in der EU nicht kompensieren. CMC Markets teilte mit, Kunden hätten im Januar und Februar deutlich weniger umgesetzt. Der Londoner Broker erwartet für das erste Quartal 2019 einen Umsatzrückgang von 25 bis 35 Prozent im Vergleich zu 2018.

Das lässt auch die Erträge schrumpfen. IG verzeichnete im zweiten Halbjahr 2018 ein Minus beim operativen Gewinn von 18 Prozent. Es gibt zwei zentrale Einnahmequellen für die Broker: Zum einen verdienen sie an den Transaktionen, konkret an der Spanne zwischen Verkaufs- und Ankaufskurs sowie bei manchen Produkten durch Kommissionen pro Trade. Zum anderen streichen sie über die sogenannten Haltekosten Zinserträge ein. Das sind Zinsen auf das vom Anbieter geliehene Kapital, das die Anleger bewegen. Diese fallen an, wenn Positionen über Nacht gehalten werden.

Noch mehr Restriktionen? Die Lage der privaten CFD-Anleger hat sich durch die Regelungen offenbar verbessert. So haben die Aufseher "einen anhaltenden Rückgang der Zahl der automatischen Glattstellungen sowie der Fälle, in denen Konten negative Salden aufwiesen, und der Höhe der negativen Salden" festgestellt. Es gab also seltener und weniger hohe Verluste. Unterm Strich schreiben aber nach wie vor nur wenige der zuvor defizitären Kleinanlegerkonten schwarze Zahlen. Trotzdem schimpfen nicht nur Anbieter über die Restriktionen und verweisen darauf, dass es bei Zertifikaten und Optionen kaum Einschränkungen gebe. Auch mancher Privatanleger will die neuen Regeln nicht akzeptieren und hat sich deshalb als professioneller Kunde registrieren lassen.

Hintergrund: Profis unterliegen den ESMA-Vorgaben nicht und können deshalb weiter mit hohen Hebeln handeln. Die Änderung ist zwar auf Antrag möglich; der Status ist aber eigentlich nur für besonders vermögende Anleger gedacht. So müssen sie laut IG mindestens ein Jahr in der Finanzbranche in einer professionellen Position gearbeitet haben und über ein CFD-Portfolio von mindestens 500 000 Euro verfügen.

Zugleich sind die Risiken deutlich höher. Bei Profi-Konten besteht auch weiterhin eine Nachschusspflicht. Das heißt: Profis müssen für alle Verluste aus ihren CFD-Geschäften geradestehen, auch wenn sie höher sind als ihre Einlagen. Nichtsdestoweniger haben Anbieter nach den Erkenntnissen der Aufsichtsbehörden auch solche Privatanleger als professionell anerkannt, die diese Auf­lagen nicht erfüllen. Damit begeben sie sich auf dünnes Eis. ESMA-Chef Maijoor hat angekündigt, dass die EU-weite Regulierung auch auf professionelle Kunden ausgedehnt werden könnte.

Auf Seite 3: Praktische Tipps für den CFD-Handel


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Bildquelle: BÖRSE ONLINE

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