Der ewige Kampf Klein gegen Groß findet seit jeher auch am Kapitalmarkt statt. Wo sich die besseren Investments finden lassen, zeigt ein Blick in den Rückspiegel. Der Kleinwerte-Index SDAX legte seit Beginn des Jahrtausends um mehr als das Vierfache zu, die Bluechips schafften "nur" ein Plus von 190 Prozent.

Trotz der im historischen Vergleich höheren Rendite haben viele Anleger immer noch Vorbehalte, in Nebenwerte zu investieren. Diese gelten als intransparent, volatil und für Otto-Normal-Anleger zu riskant. Doch sind die kleineren Firmen oft innovativer, dynamischer und wachsen schneller als riesige Unternehmen. "Sie können viel besser auf ihr Marktumfeld reagieren als große Konzerne. Dieser Vorteil ist nicht zu unterschätzen", sagt Björn Glück von Lupus alpha.

Zudem lassen sich im SDAX und MDAX zahlreiche Weltmarktführer finden. Dass Mittelständler häufig zukunftsträchtige Nischenmärkte besetzen, macht sie zu begehrten Übernahmeobjekten - und das international. So mischt etwa das Reich der Mitte derzeit das Segment auf. Auf der Suche nach Schlüsseltechnologien werden chinesische Firmen oft im Mittelstand fündig. Der Roboterbauer Kuka ist bereits in die Hände der Chinesen gefallen, beim Autozulieferer Grammer könnte es schon bald so weit sein. Der Übernahmetrend dürfte sich laut Experte Glück dieses Jahr fortsetzen: "Übernahmen und Fusionen nehmen aktuell weiterhin zu. Das ist ein gutes Umfeld für kleine Werte."

Mit gezielter Titelwahl auf Erfolgskurs



Egal ob Übernahmefantasie, eine gute Positionierung oder Wachstumsstärke - Nebenwerte sind aus vielerlei Gründen spannend. In die besten will der Lupus alpha Smaller German Champions investieren. "Wir mögen Hidden Champions, also Weltmarktführer in der Nische", erklärt Björn Glück, der zusammen mit Peter Conzatti den Fonds managt, die Anlagephilosophie und fügt hinzu: "Wir sind reine Stockpicker und kaufen, was uns gefällt." Unter den zehn größten Werten, die zusammen für etwas mehr als ein Viertel der Wertentwicklung des Fonds verantwortlich sind, findet sich etwa der Industriedienstleister Bilfinger, der gerade auf Turnaroundkurs ist. Sixt startet indes derzeit voll durch. Nach einem starken Jahresauftakt hob der eigentlich für seine konservativen Prognosen bekannte Autovermieter seine Ziele für 2018 an. Mit einem Plus von 40 Prozent ist die Aktie der Top-Performer innerhalb der Top Ten des Lupus-alpha-Portfolios.

Das Fondsmanagerduo beweist auch langfristig das richtige Gespür: Seit Auflage im August 2001 hat sich der Fonds nahezu versiebenfacht, was einer jährlichen Durchschnittsrendite von 13,1 Prozent entspricht. Der Vergleichsindex, der je zur Hälfte aus SDAX und MDAX besteht, liegt aufs Jahr gesehen rund drei Prozentpunkte darunter.