Capital Group: Schwellenländeranleihen – Fremd- und Lokalwährungstitel erscheinen gleichermaßen attraktiv

Capital Group: Schwellenländeranleihen – Fremd- und Lokalwährungstitel erscheinen gleichermaßen attraktiv
13.11.2019 10:48:20

„Das gilt für Fremd- und Lokalwährungstitel gleichermaßen.“ Die eher mäßige Weltkonjunktur sei zwar ungünstig für Schwellenländer, in den vergangenen fünfzehn Jahren hätten sie aber große strukturelle Fortschritte gemacht. Sie verfügten heute zumeist über hohe Währungsreserven und seltener über feste Wechselkursbindungen. Dadurch seien die Schuldenstandsquoten in den Ländern heute niedriger – zumal einige Länder Subventionen abgeschafft und viele ihren öffentlichen Sektor reformiert hätten. Wo die Verschuldung heute höher ist, sei dies oft auch die natürliche Folge reiferer Anleihenmärkte.

Günstige Bewertungen bei Hard Currency Bonds 

Einige Fremdwährungsanleihen ohne Investmentgradestatus seien aktuell günstig bewertet. „Hier haben sich die Spreads aufgrund eines besseren Fundamentalausblicks verengt“, sagt Cunningham. Anders sehe es dahingegen bei hohen Ratings aus. „Langlaufende in US-dollar denominierte Emerging-Market-Anleihen mit hohen Ratings erscheinen weniger günstig, da die Zinsstrukturkurve hier eher steiler als flacher werden dürfte und die Laufzeitprämien am US-Staatsanleihenmarkt niedrig sind“, so Cunningham.

Ebenfalls günstig bewertet seien zurzeit in Euro denominierte Fremdwährungsanleihen. Abgesichert in US-Dollar sei die Rendite verglichen mit der von in US-Dollar denominierten Unternehmensanleihen attraktiv – der Aufschlag betrage in der Regel 100 Basispunkte.

Attraktive Opportunitäten durch Währungskomponente

Durch die weltweit niedrigen Zinsen stünden die Emerging-Market-Notenbanken nicht mehr unter so großem Druck, ihre Zinsen zu normalisieren – gar Senkungen seien denkbar. In der Folge böten insbesondere Lokalwährungsanleihen attraktive Chancen. Hauptsächlich dürften jedoch die höheren Coupons und weniger die Kursgewinne für Ertrag sorgen. Hinzu komme, dass die Währungskomponente auf mittlere Sicht interessante Möglichkeiten biete.

„Hauptgründe für die US-Dollar-Rallye 2018 waren die gegenüber anderen Ländern höheren Realzinsen und die dynamische Konjunktur“, sagt Cunningham. „Dieser große Realzinsabstand ist 2019 jedoch zurückgegangen und die US-Konjunktur hat in den vergangenen Monaten stark nachgelassen.“ Gegenwärtig sei der US-Dollar überbewertet und am Ende dürfe das amerikanische Doppeldefizit zu einer Verschlechterung der US-Leistungsbilanz und damit letztlich auch zu einer Abwertung führen.

Die Lokalwährungen vieler Schwellenländer seien dahingegen aktuell unterbewertet und böten zeitgleich einen Zinsvorsprung. „Die türkische Lira, der kolumbianische Peso und der brasilianische Real sind um mehr als 20 Prozent unterbewertet und bieten einen Zinsvorsprung“, sagt Cunningham. „Aufgrund des fundamentalen Umfelds und der günstigsten Bewertung seit der Auflegung des Index für Lokalwährungsanleihen ist eine Währungsaufwertung wahrscheinlich.“

Schwellenland ist nicht gleich Schwellenland

Trotz der tendenziell positiven Bewertungen müsse man jedoch genau darauf achten, welche Risiken in welchem Land bestehen. Die Fundamentaldaten der verschiedenen Schwellenländer würden sich grundlegend unterscheiden. Zwar sei die Kerninflation oft unter den Vergangenheitsdurchschnitt gefallen, in Ländern wie Argentinien, der Türkei oder Venezuela sei sie aber nach wie vor hoch. Während viele asiatische Länder Leistungsbilanzüberschüsse verzeichnen würden, kämpften manche lateinamerikanische Länder noch immer mit Defiziten.

Und auch außerhalb der Frontiermärkte bestünden Risiken. Bei Fremdwährungsanleihen seien Zahlungsausfälle denkbar, bei Lokalwährungsanleihen könnten vor allem Währungsabwertungen die Gewinne zunichtemachen. Beides sei zwar tendenziell eher unwahrscheinlich, die Folgen wären aber erheblich und könnten sich über Dominoeffekte auf weitere Schwellenländer ausdehnen. 

„Beispiele, die solche Entwicklungen auslösen könnten, sind lokale Entwicklungen wie die Renminbi-Abwertung im Jahr 2015 oder externe Ursachen, wie die Sorge vor einem plötzlichen Zinsanstieg in den USA und ein anschließender Ölpreisverfall im Jahr 2013“, sagt Cunningham. Solche Entwicklungen könnten von kurzer Dauer sein und sich auf die Finanzmärkte beschränken, aber auch langfristige Folgen bedeuten, weil sie sich auf die Realwirtschaft auswirken.

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