Capital Group: Was bewegt den amerikanischen Markt?

Capital Group: Was bewegt den amerikanischen Markt?
17.02.2020 11:36:41

Jody Jonsson und Rob Lovelace, beide Portfoliomanager bei Capital Group, sowie Darrell Spence, der seit mehr als 26 Jahren als Volkswirt für den amerikanischen Vermögensverwalter tätig ist, beantworten die wichtigsten Fragen. 

1. Wird es 2020 eine Rezession geben?

Durch den Handelskonflikt mit China und die angestiegenen Lagerbestände habe sich laut Spence die Industrieproduktion in den USA vergangenes Jahr verlangsamt und die Sorge vor einem wirtschaftlichen Abschwung zugenommen. Allerdings müsse man die amerikanische Volkswirtschaft differenziert betrachten. „Während der Industriesektor geschwächelt hat, blieb die Binnenwirtschaft vor allem Dank des starken Konsumsektors relativ gesund“, sagt Spence. Nachdem die amerikanische Notenbank 2019 insgesamt dreimal die Leitzinsen gesenkt habe, zeige diese Politik nun Wirkung. „Mit der Belebung des Immobilienmarktes sehen wir erste positive Anzeichen“, so Spence. „Angesichts des Niedrigzinsumfelds und des robusten US-Konsums glaube ich, dass sich die Wirtschaft im Jahr 2020 weiter beschleunigen wird, sofern kein unerwarteter Schock eintritt.“  

2. Wird es im Jahr 2020 negative Zinsen in den USA geben?

Während es in Europa und Japan seit Jahren negative Zinsen gibt und infolge Anleihen im Wert von mehr als 15 Billionen US-Dollar negativ notieren, lehnte die Fed diese Strategie bisher ab. Aufgrund der positiven Wachstumsentwicklung werde es dabei auch bleiben. „Negative Zinsen gibt es meistens in Zeiten größerer Unsicherheit“, sagt Spence. „Sofern es keine externen Schocks gibt, sollten sich die USA auf absehbare Zeit aber positiv entwickeln.“ In den nächsten Jahren seien negative Zinsen daher unwahrscheinlich. Eine schrittweise Senkung der Leitzinsen auf null oder Anleihekaufprogramme seien dahingegen ein wahrscheinlicheres Vorgehen, falls die wirtschaftliche Situation dies erfordere. 

3. Sollten Investoren im Wahljahr aus dem Markt aussteigen?

Umso näher US-Präsidentschaftswahlen kämen, desto mehr dominierten und beunruhigten Schlagzeilen und politische Nachrichten die Märkte. Mit Blick auf die umkämpften Vorwahlen der demokratischen Partei sei dies für 2020 ebenfalls wahrscheinlich. Anleger schichteten daraufhin häufig ihre Portfolios zugunsten von Geldmarktfonds um und investierten erst nach Wahlausgang wieder in Aktien. Gewinnbringend sei diese Strategie jedoch nicht. „In den vergangenen Wahljahren erlebten die Märkte nach den Vorwahlen zumeist einen Aufwärtstrend“, sagt Spence. „Negative Renditen hat es in den vergangen zwei Dekaden nur in zwei Wahljahren gegeben und in beiden Fällen war es nicht auf die Politik zurückzuführen.“ Es gäbe viele Faktoren, die das Wirtschaftswachstum und die Marktrendite bestimmen – die Präsidenten hätten darauf allerdings nur einen geringen Einfluss.  

4. Wird der US-Markt weiterhin führend sein?

Seit mehr als einem Jahrzehnt habe der amerikanische Aktienmarkt seine internationalen Pendants hinter sich gelassen. Allerdings könne man die Märkte in Zeiten globaler Unternehmen nicht mehr so differenziert betrachten. Entscheidender als der Hauptsitz eines Unternehmens, sei die Region, in der die Gewinne erwirtschaftet werden. Dies sei zum Beispiel häufig bei europäischen Unternehmen der Fall, die große Teile ihrer Gewinne in den USA oder China erzielten. Die Frage, welcher Markt dominiere, sei zweitranging. „Außerhalb der USA sehe ich mindestens genauso viele Investitionsgelegenheiten wie innerhalb“, sagt Lovelace. „Auch in den vergangen zehn Jahren befanden sich viele Unternehmen mit den besten Renditen außerhalb der USA.“ Insgesamt sei zwar auch für die Zukunft anzunehmen, dass der amerikanische Aktienmarkt sehr stark bleibe, die eigene Anlagestrategie solle aber global diversifiziert sein.  

5. Wie wirkt sich der Handelsstreit aus?

Seit Jahresbeginn habe sich der Welthandel verbessert – etwa durch die Unterzeichnung eines ersten kleineren Abkommens zwischen den USA und China. Während China sich bereit erklärt habe, mehr amerikanische Waren zu kaufen, wolle die USA einige Zölle senken. Das sei laut Jody Jonsson zwar ein Schritt in die richtige Richtung, allerdings läge noch ein weiter Weg vor den beiden Ländern. „Komplizierte Probleme, wie die Handhabung geistigen Eigentums, zu regeln, wird noch viele Jahre in Anspruch nehmen“, so die Portfoliomanagerin. Multinationale Unternehmen hätten aber bereits in der Vergangenheit gezeigt, dass sie auch unabhängig von geopolitischen Widerständen erfolgreich sein können. „Gut geführte, multinationale Unternehmen haben bereits viele Handelsbedingungen erlebt und können auch trotz des Handelsstreits Gewinne erwirtschaften“, sagt Jonsson. 

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