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Columbia Threadneedle: Klimawandel, Netto-Null-Emissionen und der Beschäftigungsmythos

Columbia Threadneedle: Klimawandel, Netto-Null-Emissionen und der Beschäftigungsmythos
23.04.2021 07:20:00

Die Welt verändert sich, und zwar nicht nur aufgrund des Klimawandels. Wie Unternehmen und Regierungen auf diese Veränderungen reagieren, wird weitreichende Folgen für die Wirtschaft, den Wettbewerb sowie die Beschäftigung haben. Letzteren Punkt betrachten wir in diesem Beitrag näher.

Abbildung 1: Geschaffene Arbeitsplätze pro investierter Million USD

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Quelle: Joseph Stiglitz, et al. „Will COVID-19 fiscal recovery packages accelerate or retard progress on climate change?“, Mai 2020

Als researchorientiertes Investmentunternehmen legen wir den Fokus unseres „thematischen“ Researchs auf die Ermittlung, die Analyse und das Verständnis der Trends und Veränderungen, die sich auf unsere Anlagen auswirken oder künftig auswirken werden. Vor diesem Hintergrund weckte ein jüngst in Großbritannien veröffentlichter Bericht mit dem Titel „Getting to Zero“ unser Interesse. Dieser wurde im Rahmen von Pressemeldungen zitiert, in denen davon ausgegangen wird, dass der Übergang des Vereinigten Königreichs zu Netto-Null-Emissionen in den nächsten drei Jahrzehnten bis zu zehn Millionen Arbeitsplätze im Land gefährden könnte. Sind dies tatsächlich die potenziellen Implikationen des britischen Dekarbonisierungsplans? Wir sind anderer Meinung.

Wird der Übergang zu Netto-Null-Emissionen das Beschäftigungswachstum ankurbeln?

Einen guten Ausgangspunkt stellt eine Stellungnahme zu diesem Bericht von Alex Brown vom Grantham Institute der London School of Economics dar, in der er wichtige Fragen aufgeworfen hat.2 Wesentlich sind seiner Meinung nach hierbei eine kritische Betrachtung der verwendeten Methodologie sowie die Tatsache, dass allgemeinere Veränderungen, die tatsächlich stattfinden, beziehungsweise das Potenzial für Stellenaufbau durch politische Maßnahmen missverstanden wurden.

Die derzeitigen längerfristigen Beschäftigungsaspekte müssen vor dem Hintergrund einer „industriellen“ Revolution betrachtet werden, die bereits im Gange ist und durch die Folgen der COVID-19-Pandemie noch beschleunigt werden dürfte. Beispiele hierfür sind die Digitalisierung und Automatisierung. Über 80% der vom Weltwirtschaftsforum (World Economic Forum, WEF)3 befragten CEOs gaben an, dass sie die Automatisierung ihrer Arbeitsabläufe vorantreiben und die Nutzung von Telearbeit ausweiten. Dies wirkt sich auf die Beschäftigung aus, allerdings nicht in der Art und Weise wie von einigen angenommen. Beginnen wir mit ein wenig Kontext zum Klimawandel:

Ausmaß der wirtschaftlichen Herausforderung4 Wissenschaftlichen Schätzungen zufolge würde das globale BIP bei einem Temperaturanstieg von 3°C um 25% sinken. Sollte dieser Wert auf 4°C steigen, so beliefe sich der Rückgang auf mehr als 30% im Vergleich zu den 2010 verzeichneten Niveaus. Dies wäre mit der großen Depression vergleichbar, allerdings mit dem Unterschied, dass die Auswirkungen dauerhaft wären.

Ermittlung des Aufwärtspotenzials5 Diesen Punkt betrachte ich auf einer eher regionalen Ebene, da die Unterschiede offensichtlich sind. Es wird geschätzt, dass das BIP der EU bis 2030 um etwa 1,1% zulegen dürfte, sollte der Staatenbund in der Lage sein, das Übereinkommen von Paris und den Übergang zu einer emissionsarmen Wirtschaft erfolgreich umzusetzen. Dieser Wert ist lediglich eine Folge der gestiegenen Investitionstätigkeit und der rückläufigen Importe fossiler Brennstoffe und berücksichtigt keine weiteren Vorteile.

Was die Beschäftigung anbelangt, so bewegt sich das damit verbundene Aufwärtspotenzial für das Stellenwachstum in der EU mit rund 0,5% eher am konservativen Ende der Skala. Dies entspricht annähernd einer Million zusätzlicher Arbeitsplätze im Vergleich zum „Business as usual“. Die Implikationen für die Beschäftigung variieren je nach Land und Sektor6:

  • Dienstleister profitieren beispielsweise sowohl vom erhöhten Konsum als auch von der Tatsache, dass sie in die Lieferketten und Installationsprozesse für erneuerbare Energien und Energieeffizienzausrüstung integriert sind. Dies spiegelt einen starken Trend wider, der in den USA vor dem Rückzug aus dem Übereinkommen von Paris zu beobachten war.
  • Dagegen ist der Bergbausektor mit einem erheblichen Beschäftigungsrückgang infolge der geringeren Aktivität im Bereich der Förderung fossiler Brennstoffe für die Stromerzeugung konfrontiert.
  • Dies hat selbstverständlich nicht nur Auswirkungen auf die Beschäftigungslage, sondern auch auf die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit der Länder.

1 Onward, Getting to zero: A practical policy commission to deliver decarbonisation in the UK, Januar 2021
2 Net-zero: bad for UK jobs?, 15 Januar 2021
3 WEF, The Future of Jobs Report 2020
4 Nature, Large Potential Reduction in Economic Damages Under UN Mitigation Targets, 2 November 2020
5 Eurofound, Energy scenario: Employment implications of the Paris Climate Agreement, 12 Februar 2019
6 FOME energy scenario projections, 2020

Den vollständigen Beitrag finden Sie hier als PDF.







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