Der JPMorgan - Emerging Markets Small Cap ist ein Fonds, der sich gleich in zwei herausfordernden Anlageklassen bewegt: den Emerging Markets und den Nebenwerten. Welches Potenzial sich dabei ergeben kann, zeigt die langfristige Wertentwicklung des Fonds, die sich in den vergangenen zehn Jahren auf 14,24 Prozent p.a. belief (per 30.04.2019). In der kürzeren Sicht, in der die Emerging Markets weniger stark glänzten, kam der Fonds dennoch auf ein attraktives Drei-Jahres-Ergebnis von 10,38 Prozent jährlich. Für Börse online der Anlass, den Fonds mit Euro-FondsNote 1 auszuzeichnen, von den Analysten von Morningstar wird er gleichfalls mit der Höchstnote von fünf Sternen geführt.

Aufgrund der starken Ergebnisse und der hohen Auszeichnungen ist der Fonds bei Anlegern gefragt, was sein Volumen auf 1,44 Milliarden USD anschwellen ließ. Um ihn wiederum nicht zu groß werden zu lassen, haben die Verantwortlichen bereits 2017 ein sogenanntes "soft closing" verfügt, weshalb der Fonds nicht mehr aktiv beworben wird. Bestehende Kunden können allerdings auch weiter investieren.

Chancen auf unentdeckte Perlen


"Die Anlageklasse der Schwellenländer-Aktien etabliert sich zunehmend und bietet immer breitere Chancen", gibt Fondsmanager Amit Mehta einen aktuellen Ausblick. In dem für ihn relevanten Bereich der kleinen und mittleren Unternehmen zählt er 1800 Unternehmen, die den 820 Large Caps des MSCI Emerging Markets Index gegenüberstehen. Darüber hinaus gäbe er mehr als 4800 weitere liquide Titel, unter denen er sich umschaut, Firmen mit einer Marktkapitalisierung zwischen 400 Millionen und sechs Milliarden US-Dollar und einem täglichen Handelsvolumen größer 500 Millionen US-Dollar. Insbesondere seien diese Titel in keinem Index vertreten, noch fänden sie größere Beachtung bei Analysten und Investoren: "Rund ein Drittel der Firmen wird gar nicht gecovert, weitere 20 Prozent nur von ein bis zwei Analysten", betont Mehta. Im Vergleich dazu werde "ein klassischer Blue Chip" von rund 50 Analysten beobachtet. Sein Fazit: "Aufgrund der Ineffizienzen in diesem Marktsegment ist es für einen aktiven Manager entsprechend möglich, von den Fehlbewertungen der Titel zu profitieren."

Lokale Präsenz bringt Vorteile


Wenn das jedoch so einfach wäre, könnte jeder Anleger blind irgendwelche Titel kaufen, in der Hoffnung, dass sie im Kurs steigen. Doch Mehta schränkt ein, dass eine intensive Kenntnis der Marktgegebenheiten notwendig sei, um von den Chancen kleinerer Unternehmen in Schwellenländern profitieren zu können. Corporate Governance und Transparenz seien noch nicht so etabliert wie in den entwickelten Märkten. Daher sei die lokale Präsenz für einen Asset Manager umso wichtiger: "Nur vor Ort kann man sich von der Qualität des Unternehmens und des Managements überzeugen, welche Werte tatsächlich attraktiv bewertet und dazu auch noch liquide genug für ein Fondsinvestment sind", so Mehta.

Mit einem Team von 100 dezidierten Experten an acht verschiedenen Standorten, die jährlich über 5.000 Unternehmen vor Ort besuchen, fahndet Mehta zusammen mit Co-Manager Austin Forey nach Unternehmen, "die die Blue Chips von morgen sind". Hierzu wird zunächst das Anlageuniversum nach Firmen gescreent, "die konkrete Wachstums-und Gewinnchancen sowie ein hohes Marktpotenzial bieten und überdies einen substanziellen Marktanteil in ihrem Segment gewinnen können". Dafür sei neben der Unternehmensstrategie vor allem auch die Kompetenz des Management-Teams wichtig. "Nicht zuletzt sollten die Unternehmen das Potenzial haben, aus eigener Kraft und ohne externe Finanzierungen zu wachsen, also einen guten Cashflow generieren", erklärt Mehta weiter. Last but not least muss dann auch der aktuelle Aktienkurs stimmen, um sicherzustellen, zu einem angemessenen Preis einsteigen zu können.

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Emerging Markets haben einen Lauf


Die generellen Aussichten für Schwellenmärkte hält der Fondsmanager für attraktiv. Die in diesem Jahr gestartete Markterholung hätte noch einigen Raum, um weiterzulaufen. Zusätzliches Kurspotenzial sieht er in dem Umstand, dass die Volkswirtschaften der Schwellenländer inzwischen zwar rund 40 Prozent des globalen, nominalen Bruttoinlandsprodukts ausmachen, während die Aktien indes beispielsweise im MSCI All-Country World Index nur zu 12 Prozent gewichtet sind. Wird dies angepasst, wird automatisch die Gewichtung von Schwellenländeraktien in vielen diversifizierten Portfolios angehoben.

Dessen ungeachtet erinnert Mehta, dass Schwellenländeraktien voraussichtlich auch in Zukunft ein volatileres Segment des globalen Aktienmarktes bleiben werden. Das bedeutet, dass Anleger, die sich hier engagieren, sich dieses Umstands bewusst sein müssen. "Wenn Anleger jedoch einen langfristigen Anlagehorizont haben und die Volatilität in Kauf nehmen können, dann sollten diese Märkte in den nächsten Jahrzehnten weit höhere Renditen abwerfen als Aktien aus Industrieländern", prognostiziert Mehta. "Die jährlichen Gesamtrenditen bei Schwellenländeraktien sollten auf der Grundlage unserer langfristigen Kapitalmarktannahmen 2019 in den nächsten zehn Jahren im Durchschnitt voraussichtlich bei nahezu acht Prozent liegen, diejenigen bei Aktien aus Industrieländern hingegen nur bei fünf Prozent." Im Durchschnitt wohlgemerkt. Qualifizierten Portfoliomanager ist auch zuzutrauen, noch ein Quentchen mehr herauszuholen

Technische Daten


Der JPMorgan - Emerging Markets Small Cap Fund (ISIN: LU0318933057) wurde am 15.11.2007 aufgelegt und verwaltet ein Vermögen in Höhe von 1,44 Milliarden USD (per 30.04.2019). Der Note-1-Fonds wird mit einem maximalen Ausgabeaufschlag von 5,0 Prozent angeboten, die laufenden jährlichen Kosten liegen bei 1,78 Prozent, wozu noch ein 10prozentiges Erfolgshonorar kommt, das auf die Outperformance zur Benchmark (MSCI Emerging Markets Small Cap Index (Total Return Net) erhoben wird. Die anfallenden ordentlichen Erträge des Fonds werden nicht ausgeschüttet, sondern regelmäßig wieder angelegt (thesauriert).

Die Entwicklung des Anteilswerts des JPMorgan - Emerging Markets Small Cap Fund seit Auflegung im Vergleich zur Benchmark (in USD); Quelle: www.boerse-online.de