HAC AG: Die Angst vor dem Aktienmarkt ist unbegründet

HAC AG: Die Angst vor dem Aktienmarkt ist unbegründet
26.10.2020 08:37:52

Nicht nur in Deutschland, sondern auch in vielen anderen Ländern ist der Anteil der am Aktienmarkt investierten Bevölkerung erstaunlich niedrig. Gemäß einer Untersuchung der Europäischen Zentralbank („The Household Finance and Consumption Survey“) waren im Jahr 2017 nur 8,6 Prozent aller Haushalte in Aktien und 10,2 Prozent in Fonds investiert. Und selbst in den kapitalmarktaffinen USA sind laut der Studie „Ambinguity Aversion and Stock Market Participation“ rund zwei Drittel aller Haushalte nicht direkt in Aktien engagiert.

Die insgesamt geringe Partizipation ist vor allem deshalb verblüffend, weil die Renditen des Aktienmarktes auf lange Sicht deutlich höher liegen als in den anderen großen Anlageklassen. In der Kapitalmarktforschung wird dieses Phänomen deshalb auch als „Participation Puzzle“ bezeichnet. Damit ist gemeint, dass es aus theoretischer Sicht ein Rätsel ist, weshalb nicht alle Menschen zumindest teilweise am Aktienmarkt investiert sind.

Sicherheit vs. Risikoprämie

Eine gute Erklärung des Phänomens bietet das klassische (deutsche) Sicherheitsdenken. Das heißt, dass viele Menschen möglichst „sicher“ anlegen, also in erster Linie keine Verluste erleiden möchten. Hohe Renditen sind demnach zunächst zweitrangig – Hauptsache, sie sind positiv, so das Credo.

Das grundsätzliche Problem ist dabei, dass die Renditen am Aktienmarkt grundsätzlich „Risikoprämien“ darstellen. Konkret heißt das: Man kann im Durchschnitt eine positive Rendite für die Übernahme des Risikos erwarten, aber es kann auch (vorübergehende) Verluste geben. Diese Tatsache lässt viele Menschen daran zweifeln, ob Aktien wirklich als Vermögensanlage für sie geeignet sind.

Allerdings täuschen sich dabei viele, was den betrachteten Zeithorizont angeht. Häufig empfinden Anleger auch vorübergehende Verluste innerhalb des normalen Börsenzyklus als schmerzhaft. Und das, obwohl sie das investierte Vermögen auf Jahre nicht benötigen und bis dahin zwischenzeitliche Verluste mit hoher Wahrscheinlichkeit schon lange durch deutlich höhere Gewinne wieder aufgewogen wurden.

Was sind die Alternativen?

Tatsächlich ist es so, dass in Wahrheit nichts wirklich sicher ist. Cash auf dem Girokonto verliert an Kaufkraft, könnte im Rahmen einer Schuldensteuer einfach um einen bestimmten Betrag reduziert werden oder einer möglichen Währungsreform unterliegen. Anleihen sind eine gute Idee, die sich in den vergangenen Jahrzehnten hervorragend mit Aktien kombinieren ließ. Aber ob das in dieser Form auch für die Zukunft gilt, ist angesichts der historisch extrem niedrigen Zinsen durchaus fraglich. Immobilien sind zwar eine beliebte Anlageklasse, aber deshalb auch entsprechend hoch bewertet und haben ein extremes Klumpenrisiko, wenn man als Privatperson nur ein Objekt besitzt. Zudem könnten sie künftig ein „immobiles“ Ziel für höhere Steuern darstellen. Gold und Silber geben zwar ein Gefühl von Sicherheit, aber waren historisch auch keine besonders guten Geldanlagen – wobei etwas Gold durchaus sinnvoll sein kann, wenn es denn sicher und kostengünstig gelagert wird.

Was bleibt also, außer sich den Aktienmarkt genauer anzuschauen? Aktien sind Beteiligungen an Unternehmen. Und diese Unternehmen sind Produktivkapital und haben das Ziel, Gewinn zu machen. Es klingt deshalb nach einer lukrativen Idee, sich als Anleger durch den Kauf von Aktien ganz einfach daran zu beteiligen. Gleichzeitig sorgt die Konkurrenz der Unternehmen untereinander im Lauf der Zeit für technischen Fortschritt, der wiederum die Produktivität erhöht. Im Durchschnitt ist deshalb für unternehmerisches Risiko eine positive Rendite zu erwarten.

Gleichzeitig sind einzelne Aktien aber riskant, da manche Unternehmen schlecht wirtschaften und im schlimmsten Fall auch Pleite gehen können. Die langfristig überdurchschnittliche Rendite des Aktienmarktes bezieht sich also auf ein diversifiziertes Portfolio, in dem viele verschiedene Titel enthalten sind. Zudem braucht die erforderliche Analyse einzelner Aktien viel Fachkenntnis und Zeit, in der Anleger andere Dinge tun könnten (Opportunitätskosten). Deshalb ist es für die meisten Menschen, die sich nicht im Detail mit der Börse befassen möchten oder können, einfacher, auf Fonds wie etwa den Marathon Stiftungsfonds zu setzen. Diese enthalten viele verschiedene, von Profis ausgewählte Qualitätsaktien, wodurch das Risiko gestreut wird.

Langfristig denken

Wie bereits erwähnt schätzen viele Anleger den notwendigen Zeithorizont falsch ein, wenn es darum geht, die Chancen und Risiken eines Investments richtig abzuwägen. Geld, das am Aktienmarkt investiert wird, sollte für mindestens fünf Jahre nicht benötigt werden. Denn grundsätzlich gilt: Je länger der Anlagehorizont, desto höher die Wahrscheinlichkeit für positive Renditen. Wird das Geld dann in fünf oder zehn Jahren immer noch nicht gebraucht, kann es weiterhin als Vermögen investiert bleiben und sich vermehren. Oder noch besser: Werden bis dahin weitere Ersparnisse angehäuft, können diese im Zeitablauf regelmäßig zusätzlich neu investiert werden.

Diese Strategie führt uns zu folgendem Zusammenhang: Je jünger man zu Beginn seiner „Anleger-Karriere“ ist, desto besser sind die Chancen relativ zu den Risiken am Aktienmarkt. Das bedeutet, dass Zeit neben den verfügbaren Geldbeträgen die zweitwichtigste Ressource beim Investieren ist. Genau aus diesem Grund sind Aktienanlagen auch eine gute Idee, um Geld für die eigenen Kinder oder Enkel zu investieren – statt es einfach nur klassisch zu „sparen“, was im Zeitablauf einen realen Kaufkraftverlust bedeutet.

Wer also langfristig für seine Altersvorsorge investiert und noch nicht kurz vor der Rente steht, wird mit Aktienfonds mit einer an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit eine attraktive Rendite erzielen. Wer dagegen nur für ein paar Monate oder ein bis zwei Jahre anlegen möchte und das Geld anschließend wieder braucht, geht damit durchaus das Risiko ein, ausgerechnet eine schlechte Börsenphase zu erwischen.

Emotionale Entscheidungen vermeiden

Die größten Fehler an der Börse passieren, wenn Anleger sich von ihren Emotionen zu voreiligen Entscheidungen hinreißen lassen. Stattdessen sollte konsequent ein strategischer Plan verfolgt werden. Dazu gehört zum einen, schwierige Phasen durchzuhalten, statt die Flinte ins Korn zu werfen und zum ungünstigsten Zeitpunkt auszusteigen – und zum anderen, in guten Phasen nicht euphorisch zu werden und zu viel Risiko einzugehen.

Dass die emotionale Ebene eine Vielzahl von Anlegern beeinflusst, zeigt sich schon daran, dass es verschiedene Börsenweisheiten zu diesem Thema gibt. Ein Klassiker ist zum Beispiel das bekannte Bonmont: „We invest for the long term, but worry every second“, oder zu Deutsch: „Wir investieren langfristig, aber machen uns jede Sekunde Sorgen“.

Wahrscheinlich ist die subjektive, emotionale Ebene sogar die größte Fehlerquelle an der Börse. Wer seine Emotionen im Griff hat und unabhängig davon rationale Entscheidungen trifft, wird langfristig deutlich besser als die meisten anderen Anleger abschneiden.

Langfristiger Anlageerfolg ist kein Glück

Durchdachte, langfristige Strategien, die konsequent durch dick und dünn durchgezogen werden, sind ein bewährtes Konzept zur Sicherung und Vermehrung von Vermögen an der Börse. Als Instrumente dafür sind verschiedene, professionell gemanagte Fonds verfügbar.

Extrem vereinfacht ausgedrückt sind die drei wichtigsten Komponenten für den langfristigen Vermögensaufbau mit erstklassigen Aktienfonds folgende:

  • frühzeitig mit dem Investieren beginnen
  • einen möglichst hohen Anteil des Einkommens fortlaufend neu investieren
  • nach Möglichkeit „niemals“ verkaufen, also langfristig investiert bleiben

Fazit

Die Angst – nicht nur der Deutschen – vor Aktien ist unbegründet, wenn langfristig in erstklassige Fonds investiert wird. Zudem sind die Ängste meist nicht rational, sondern emotional begründet: Sie entstehen aus der subjektiven Wahrnehmung der Menschen. Tatsächlich sollte diese Wahrnehmung aber genau umgekehrt sein: Die Menschen sollten eher Angst davor haben, nicht am Aktienmarkt investiert zu sein. Dann nämlich sind große Teile des Vermögens dauerhaft einer negativen Realrendite ausgesetzt, wodurch sich die Kaufkraft im Zeitablauf schleichend immer weiter verringert.

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