Morgan Stanley: Reise ins Ungewisse

Morgan Stanley: Reise ins Ungewisse
18.07.2019 10:37:32

Angesichts der Turbulenzen der vergangenen Wochen ist es vermutlich gewagt, Prognosen über die Politik Großbritanniens zu treffen. Dennoch scheint ein Kompromiss zwischen Großbritannien und der Europäischen Union immer unwahrscheinlicher zu werden. Bei der Europawahl drehte sich alles um die beiden „Extreme“ der Brexit-Debatte:

Die „No-Deal-Parteien“, angeführt von der neuen Brexit-Partei unter Nigel Farage, erhielten 35% der Stimmen, während die ausdrücklich den Verbleib Großbritanniens in der EU fordernden Parteien, angeführt von den Liberaldemokraten, ein Wahlergebnis von 40% einfuhren. Damit blieb weniger als ein Viertel der Stimmen für die beiden größten, kompromissbereiten Parteien übrig: Die Labour-Partei überzeugte 14% und die Konservative Partei 9% der Wähler – ein herber Rückschlag im Vergleich zu den insgesamt 82%, die sie bei der Wahl zwei Jahre zuvor noch gemeinsam erzielt hatten.

Wer letztlich Parteivorsitzender der Tories wird, ist wie so oft schwer vorherzusagen. Jedoch scheint es wahrscheinlich, dass der nächste Parteichef, und damit der nächste Premierminister, einen ungeordneten Brexit vorzieht oder zumindest eine Verlängerung über den 31. Oktober hinaus ausschließt, was effektiv auf dasselbe hinausläuft, da die EU für die nächsten Monate mit der Wahl der neuen Kommission beschäftigt sein wird.

Die Frage ist, ob das britische Parlament dies angesichts der aktuellen Mehrheit gegen einen ungeordneten Brexit verhindern kann. Es handelt sich also um eine Reise ins Ungewisse, da Großbritannien innerhalb der Konstitution absolutes Neuland betritt. Letztlich sieht es immer mehr nach einer Entscheidung zwischen einem No Deal und einem Verbleib in der EU aus, sei es nun über Unterhauswahlen, ein Referendum oder gar die Aufhebung von Artikel 50 ... Wie soll man da noch Prognosen treffen?

„Wenngleich die Auswirkungen für Großbritannien bei Weitem nicht optimal sind, so dürften die Auswirkungen auf unsere globalen Portfolios doch relativ gering sein“

Den gesamten Kommentar des International Equity Teams finden Sie hier.

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