ODDO BHF AM: Im Zweifel positiv bleiben

ODDO BHF AM: Im Zweifel positiv bleiben
19.11.2019 14:29:01

Makroökonomische Analyse: 

Zwar scheinen sich die Konjunkturindikatoren in China, den USA und in Europa zu stabilisieren. Dennoch dürften sich die Märkte mit dem sich abzeichnenden Ende des Zinssenkungstrends rund um den Globus schwer tun. So wird der Markt in einem Spannungsfeld stehen zwischen den Erwartungen einer Fortsetzung des Lockerungskurses in den Industrie- und Schwellenländern (weitere 30 Basispunkte der Federal Reserve, 10 Basispunkte der EZB) und den tatsächlichen Notenbankentscheidungen. 

Würde man in Bezug auf die Erwartungen die Reset-Taste drücken, würden die langfristigen Zinsen höchstwahrscheinlich steigen und wären Kapitalverluste bei Staatsanleihen die Folge. Der robuste Arbeitsmarkt und der steigende ISM Einkaufsmanagerindex für den verarbeitenden Sektor sind ein weiterer Beleg für die nach wie vor gute Verfassung der US-Wirtschaft. 

Sollte unsere Prognose zutreffen und sich das globale Wirtschaftswachstum stabilisieren oder sogar von +3% auf +3,4% leicht beschleunigen, sind keine weiteren Leitzinssenkungen mehr notwendig. Die Zentralbanken haben das Ende der geldpolitischen Fahnenstange erreicht und darauf verwiesen, dass das Wirtschaftswachstum nicht mehr – wie in der Vergangenheit – mittels Geldpolitik gestützt werden kann. Geht dem Wachstum die Luft aus, muss an Fiskal- oder Haushaltsschrauben gedreht werden. Das könnte 2020 der Fall sein. 

Mikroökonomische Analyse:

In den USA fielen die Unternehmensergebnisse für das dritte Quartal überraschend gut aus (+4,86% positive Überraschungen). In Europa entsprechen sie den Erwartungen, waren zuvor aber auch deutlich nach unten korrigiert worden. Die günstigeren Wachstumsaussichten, weitere geldpolitische Lockerungen und eine Entspannung im Handelskonflikt dürften den Unternehmen Auftrieb verleihen. Kurzfristig werden konjunktursensible Unternehmen und Mid Caps hiervon als erste profitieren. Die Erwartungen der Analysten sind noch immer zu hoch. 

Dementsprechend dürfte die Performance kaum von Gewinnwachstum getrieben werden. Entscheidender als die Gewinndynamik werden eine Neubewertung (und damit niedrigere Risikoprämien) sowie hohe Ausschüttungsquoten sein. 

Mittelflüsse:

Niemals zuvor ist eine solche Rallye mit derart hohen Mittelabflüssen aus Aktienfonds einhergegangen. Wenn sich die Konjunkturindikatoren erholen und die geopolitischen Risiken weiter zurückgehen, könnte eine Rückkehr der institutionellen Investoren und Privatanleger dem Markt Schub geben.

Bewertungen: 

Hier findet sich das größte Fragezeichen – sind Aktien teuer oder günstig? 

In einem Niedrig- oder sogar Nullzinsumfeld eröffnen unter den börsennotierten Assets mit impliziten Renditen von rund 7% lediglich Aktien Wertpotenzial. 

Unternehmensanleihen können aufgrund der Carry-Rendite eine interessante Alternative sein, obwohl die Risikoprämien in absoluter und relativer Sicht weniger Wertpotenzial bieten. 

Positionierung: 

Trotz der Risiken für die Weltwirtschaft sollten Investoren Aktien in einem ausgewogenen Portfolio gegenüber Anleihen weiter übergewichten. Als antizyklische Währung dürfte der US-Dollar abwerten, wenn sich die Weltwirtschaft erholt. 

Die Kombination aus kräftigerem Wachstum und einem schwächeren US-Dollar könnte die Rohstoffpreise in die Höhe treiben und damit den Schwellenländern zugutekommen. 

Mit Blick auf den Anlagestil dürften zyklische Sektoren kurzfristig besser abschneiden als defensive Branchen. Eine nachhaltige Sektorrotation ist jedoch nicht zu erwarten. Die 10-jährigen Renditen werden zwar auf absehbare Zeit niedrig bleiben, jedoch nicht weiter sinken. Selbst im Falle einer Rezession wäre ihrem Status als sicherer Hafen durch Maßnahmen zur Konjunkturankurbelung Grenzen gesetzt. 

Noch fehlt es an einem starken makroökonomischen Signal, damit sich die Anleger wieder in großem Umfang in Aktien positionieren, vor allem, falls die Renditen leicht anziehen sollten. 

Unsere Empfehlung wäre daher folgende Strategie: Stimmen Sie Ihre risikoreichen Anlagen – derzeit Aktien – in monatlichem Turnus unter Zugrundelegung eines Anlagehorizonts von mindestens 5 Jahren auf den Zyklus ab.

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