WisdomTree: Ausblick auf Aktien 2020 - Konjunkturerholung in Europa verliert an Schwung

WisdomTree: Ausblick auf Aktien 2020 - Konjunkturerholung in Europa verliert an Schwung
14.01.2020 10:13:32

Aneeka Gupta
Aneeka Gupta
Aneeka Gupta, Associate Director Research

Aneeka Gupta, Associate Director Research

Obwohl Deutschland in Europa am weitesten hinterherhinkt, bietet es den größten finanzpolitischen Spielraum. Dieser ist notwendig, um das Wachstum anzukurbeln. 

Die Bewertungen europäischer Aktien sind zurzeit relativ günstig, die Bilanzen gesund und die Dividendenrenditen attraktiv, was bei weniger überlaufenen Value-Aktien gegenüber Wachstumsaktien noch weiteren Spielraum nach oben lässt.

Die europäischen Aktienmärkte leiden unter dem Zusammenfluss externer und interner Schwierigkeiten, globale Spannungen im Handel, die Konjunkturabschwächung in der chinesischen Wirtschaft, strukturelle Veränderungen in der Automobilindustrie und die andauernde Unsicherheit um den Brexit. Seit 2013 schneiden die europäischen Aktienmärkte schlechter ab als die US-Aktienmärkte, wobei der Abstand seit 2000 am größten ist.

Value-Aktien spielen im Vergleich zu den USA in Europa eine größere Rolle, während Wachstumsaktien in den USA einen höheren Anteil haben. Seit der großen Finanzkrise haben Wachstumsaktien Value-Aktien deutlich überholt, was ebenfalls der mangelnden Wertentwicklung in Europa zuzuschreiben ist. Die europäische Gemeinschaftswährung wird gegenüber dem US Dollar derzeit auf dem niedrigsten Stand seit Mai 2017 gehandelt, doch für europäische Exporteure hat sich daraus bisher kein Wettbewerbsvorteil ergeben.

In den ersten zehn Monaten des Jahres 2019 flossen Mittel im Wert von 8,1 Mrd. US Dollar aus Exchange Traded Funds (ETFs) für in der Eurozone angesiedelten Aktien ab, was den starken Pessimismus gegenüber europäischen Aktien untermauert. Aufgrund des verhaltenen Ausblicks sind defensive Sektoren der europäischen Wirtschaft im Vergleich zu zyklischen Sektoren überlaufen. Europa kann nur dann ein Trendwende schaffen, wenn es zu einer Kombination aus Fortschritten in den Verhandlungen beim Welthandel, einer Erholung bei Value Aktien und sinnvollen finanzpolitischen Impulsen kommt.

Abb. 1: Performance-Lücke zwischen USA und Europa

Performance-Lücke zwischen USA und Europa
Performance-Lücke zwischen USA und Europa
Performance-Lücke zwischen USA und Europa

Quellen: Bloomberg, WisdomTree. Stand: 31. Oktober 2019. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Maßstab für zukünftige Ergebnisse und der Wert von Anlagen kann fallen. Ein direktes Investment innerhalb eines Index ist nicht möglich.

Schwäche in der Industrie zieht auch Dienstleistungssektor nach unten

Bei der Verschlechterung der europäischen Wirtschaftsdaten zeichnet sich kein Ende ab. Der Einkaufsmanagerindex Flash Eurozone Manufacturing Purchasing Managers Index (PMI) fiel mit einem Wert von 45,6 im September auf seinen schlechtesten Stand seit fast sieben Jahren, ein Rückgang von 47 Punkten gegenüber August. Die Schwäche war auch im Dienstleistungssektor zu beobachten, wo der Flash Eurozone Services PMI ein achtmonatiges Tief erreichte.

Dies ist ein besorgniserregendes Anzeichen. Abschwünge werden häufig zuerst im Industriesektor entdeckt und dann an den Dienstleistungssektor weitergegeben, da die Industrie tendenziell schneller auf sich verändernde Nachfragebedingungen reagiert. Ein weiteres Anzeichen dafür, dass sich die Schwäche auf die Inlandsnachfrage auswirkt, war ein weiterer Rückgang in der Beschäftigungskomponente des Composite PMI auf ein Niveau, das mit stagnierender Beschäftigung und einer leicht steigenden Arbeitslosigkeit einhergeht.

Abb. 2: Schwäche in der deutschen Industrie dehnt sich auf Dienstleistungen aus

Schwäche in der deutschen Industrie dehnt sich auf Dienstleistungen aus
Schwäche in der deutschen Industrie dehnt sich auf Dienstleistungen aus
Schwäche in der deutschen Industrie dehnt sich auf Dienstleistungen aus

Quellen: WisdomTree, Bloomberg. Stand: 31. Oktober 2019. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Maßstab für zukünftige Ergebnisse und der Wert von Anlagen kann fallen. Ein direktes Investment in einen Index ist nicht möglich.

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