Crowdinvesting: 27 Plattformen im großen Test - 12.11.19 - BÖRSE ONLINE
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Crowdinvesting: 27 Plattformen im großen Test

Crowdinvesting: 27 Plattformen im großen Test
12.11.2019 05:20:00

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Bis zu zwölf Prozent Basiszins





Positiv werteten die Tester die niedrige Einstiegshürde von 100 Euro sowie die als überschaubar eingestufte Dauer von einem Jahr bis zu fünf Jahren, über die das eingesetzte Kapital gebunden ist. Auch beim Kundenservice punktete Kapilendo. Für Freundlichkeit wurde die Note 1,9 vergeben, für Kompetenz und Hilfsbereitschaft 2,0 und 2,2.

Mit der Gesamtnote "befriedigend" landete die von Ranscht geführte Plattform zur Unternehmensfinanzierung Seed­match auf dem letzten Platz. Die Dresdner fielen den Testern mit einer vergleichsweise niedrigen jährlichen Basisverzinsung von 2,4 Prozent auf. Die Einstiegshürde von 250 Euro ordnete das DKI als eher hoch ein, und die Dauer von vier bis fast elf Jahren, in denen das Kapital gebunden ist, liegt deutlich über dem Durchschnitt der Konkurrenz.

Positiv fiel hingegen die Möglichkeit ins Gewicht, Zinsgutschriften in diversen Rhythmen vornehmen zu lassen: halbjährlich, jährlich oder endfällig. In der Sparte Kundenservice sicherte sich Seedmatch für Freundlichkeit, Kompetenz und Hilfsbereitschaft gute Noten. Auf der Internetseite bemängelten Testpersonen allerdings die als reduziert empfundenen Informationen zu den einzelnen Beteiligungsmodellen. Was fiel beim Test ansonsten auf?

Den höchsten durchschnittlichen Zinssatz in den vergangenen drei Jahren bot mit 7,33 Prozent per annum der Energie-Crowdfinanzierer Bettervest. Als Höchstwert machte das DKI eine Beteiligung via Bettervest aus, die zwölf Prozent Basiszins im Jahr bietet. Schlusslichter sind hier Seedmatch und Green Rocket. Sie gingen in jeweils mindestens einem Fall mit einem zugesagten Basiszins von einem Prozent per annum ins Rennen. Generell ist die Spanne der Renditen in den Bereichen Energie und Unternehmen deutlich größer als bei Immobilien. Letztere sind für Renditen von 3,8 Prozent (Wiwin) bis zu 7,6 Prozent (Exporo) im Jahr gut.

Keine obligatorischen Gebühren

"Positiv fällt auf, dass keiner der Anbieter obligatorische Gebühren erhebt", so DKI-Chef Jörn Hüsgen. Der Test brachte zudem zutage: 25 der 27 getesteten Plattformen wollen von den Investoren eine Selbstauskunft. Doch das gilt je nach Anbieter erst ab bestimmten ­Beteiligungshöhen. So verlangt Exporo, Marktführer im Bereich Immobilien, die Auskunft erst ab 10.000 Euro.

Große Unterschiede zwischen den Angeboten gibt es obendrein bei der Anlagedauer und den Summen, welche die Crowds jeweils berappen sollen. Eine vergleichsweise geringe Anlagedauer bieten mit nur zwölf Monaten Angebote von Bettervest, Kapilendo, Leih­Deiner­UmweltGeld und Moneywell. Auf der anderen Seite fiel ein Projekt von LeihDeinerUmweltGeld auf, das über 15 Jahre läuft.

Das geringste Zielvolumen hatte ein Angebot von FunderNation. Hier ging es um 10.000 Euro. Das entspricht nach einer Rechnung von Sky Sport dem, was Starkicker Cristiano Ronaldo in 50 Minuten kassiert. Deutlich höher liegt das Ziel von 7,5 Millionen Euro, das sich Immobilienfinanzierer Companisto in einem Fall gesetzt hatte. Die Crowd soll dafür mindestens vier Prozent im Jahr kassieren. Immerhin.

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