Der Mechanismus wirkt insbesondere bei Verträgen für Kleinsparer. So würde, wer eine private Rentenversicherung über weniger als 20.000 Euro abschließt, im Durchschnitt ein jährliches Minus von 0,35 Prozent erwirtschaften. Bei größeren Summen gäbe es ein Minus von 0,30 Prozent. Hintergrund: Kleine Summen sind relativ mit höheren Kosten belastet und haben zudem einen geringeren Zinseszins-Effekt.

Der gesetzliche Garantiezins, offiziell Höchstrechnungszins genannt, beträgt derzeit 0,9 Prozent. Allerdings empfiehlt die Bundesanstalt für Finanzaufsicht (Bafin) den Lebensversicherern, ab Anfang 2021 nur noch maximal 0,5 Prozent an jährlicher Verzinsung zu garantieren. Äußerungen aus der Branche deuten darauf hin, dass eine Reihe von Unternehmen diesem Ansinnen folgen oder sogar darüber hinaus gehen wird. Die Lebensversicherer erwirtschaften immer weniger aus ihren Kapitalanlagen. Denn der Großteil ihrer Investments liegt in festverzinslichen Papieren, deren Renditen schier ins Bodenlose fallen. Die Bafin sorgt sich deshalb um die Stabilität der Unternehmen.

Die Werte zum Garantiezins beziehen sich auf den sogenannten Sparanteil, also Einzahlungen minus Kosten. Schon bislang blieb die tatsächliche Garantieverzinsung weit unter dem nominellen Wert. Laut Partner in Life bringt schon der aktuelle Höchstrechnungszins von 0,9 Prozent bei großen Verträgen einen Verlust von 0,10 Prozent pro Jahr, bei kleinen sogar ein Minus von 0,30 Prozent.

Der Garantiezins ist die Untergrenze dessen, was Versicherte in einem bestimmten Jahr bekommen. Die Lebensversicherer haben in der Vergangenheit stets höhere Gesamtergebnisse erzielt. Abzulesen ist dies an dem, was die Kunden an Garantiezins plus zusätzlichen Gewinnanteilen erhalten. Diese sogenannte laufende Verzinsung betrug zuletzt im Branchenschnitt für Neuverträge 2,23 Prozent.

Partner in Life mit Sitz in Luxemburg kauft Lebenspolicen auf und hat auf Basis dieser Verträge kalkuliert. "Euro am Sonntag" erscheint wie boerse-online.de im Finanzen Verlag.