Bei Swissquote erlitten Kunden Verluste und die Bank aktivierte eine Rückstellung von 25 Millionen Franken, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. "Viele Kunden folgten der von der SNB regelmäßig bestätigten Strategie und haben auf eine Abschwächung des Frankens gegenüber dem Euro gesetzt", erklärte die auf den Online-Handel für kleinere Kunden spezialisierte Brokerbank. Nach der Abschaffung des Mindestkurses am Vortag wertete der Franken zum Euro stark auf. Ein Euro kostet derzeit noch rund 1,02 Franken.

Die Rückstellung werde sich im Abschluss des ersten Halbjahres niederschlagen, ohne jedoch die Profitabilität und die Solidität der Bank infrage zu stellen. Für 2104 rechnet Swissquote bei einem Rekordumsatz von 145 Millionen Franken mit einem Vorsteuergewinn von etwa 28 Millionen Franken. An der deutlich schwächeren Schweizer Börse fiel die Swissquote-Aktie um 7,5 Prozent.

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VERLUSTE AUCH IN FERNOST

In Neuseeland geriet die kleine Devisenhandelsbank Global Brokers NZ nach den von der SNB ausgelösten Kursturbulenzen am Devisenmarkt ins Visier der Bankenaufsicht. Die Bank teilte mit, Verluste bei Kunden mit Franken-Positionen hätten das Kapital der Bank so vermindert, dass sie die Eigenkapitalanforderungen nicht mehr erfüllen könne. Die Financial Market Authority (FMA) prüfe nun, ob die Einlagen der Kunden bei Global Brokers noch sicher seien, sagte ein FMA-Sprecher. In Hongkong berichtete die auf kleinere Kunden ausgerichteten Devisenhandelsfirma FXCM, ihre Kunden hätten Verluste von umgerechnet insgesamt 225 Millionen Dollar eingefahren.

Reuters