FINANZEN

Quellensteuer: So fordern Sie die Abzüge geschickt zurück

Quellensteuer: So fordern Sie die Abzüge geschickt zurück

WKN: 925010 ISIN: US05547U1025 BIW LtdShs

10.12.2018 05:19:00

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Schweiz



Schweizer Dividenden wachsen zwar nicht in den Himmel - dafür fließen sie pünktlich wie ein Schweizer Uhrwerk. Der Fiskus der Eidgenossen behält 35 Prozent Verrechnungssteuer von jeder Dividendengutschrift ein. Deutschen Anlegern werden 15 Prozent angerechnet, die restlichen 20 Prozent müssen sie sich von der Eidgenössischen Steuerverwaltung in Bern erstatten lassen. Das Formular dazu lässt sich beim BZSt online ausfüllen. Dazu braucht man ein kleines Zusatzprogramm, den Snapform Viewer, den die Schweizer Behörden kostenlos zum Download anbieten. Auch Steuerlaien kommen damit klar.

Das ausgedruckte Formular schickt der Anleger zunächst an sein deutsches Wohnsitzfinanzamt, das bestätigen muss, dass er in Deutschland als Steuerzahler registriert ist. Erst dann schickt er es zusammen mit dem Dividendenbeleg und einem sogenannten Tax Voucher, den die Depotbank mit dem Dividendenbeleg liefern muss, an die Schweizer Steuerbehörden.

Genau an dieser Stelle geht die Gebührenschneiderei mancher deutscher Bank los. Während zum Beispiel die ING-DiBa den Tax Voucher automatisch und kostenfrei mitliefert, verlangt die Targobank zehn Euro je Ertragszahlung extra. Das eigentliche Erstattungsverfahren der Schweizer ist kostenfrei und dauert, je nach Antragsflut, bis zu sechs Monate. Da die Erstattung jedoch in Schweizer Franken erfolgt, verlangen manche Banken für den Währungstausch in Euro eine zusätzliche Gebühr.

Fazit: Die Quellensteuerrückforderung kann man selbst in die Hand nehmen - das spart Gebühren. Nur für den notwendigen Tax Voucher kassieren manche Banken. Wen das ärgert: Bank wechseln.

Frankreich



Schwierig wird es für Anleger in Frankreich. Dort ist das Verfahren zur Steuerrückforderung kompliziert, zumal der französische Fiskus erst mal 30 Prozent auf Dividenden kassiert. Die Hälfte erhalten deutsche Aktionäre auf die hiesige Steuerschuld gutgeschrieben. Die andere Hälfte müssen sie sich in Frankreich zurückholen. Die Krux: Für das Erstattungsverfahren brauchen Aktionäre ihre Depotbank und den Datendienstleister Clearstream. Und die kassieren beide saftig ab.

Doch der Reihe nach: Das Erstattungsformular gibt es beim BZSt als online ausfüllbare Variante mehrsprachig und gut verständlich. Danach braucht man vom Finanzamt wiederum eine Wohnsitzbestätigung. Nun wird es kompliziert: Denn das Formular lässt nicht einfach abschicken. Erstattungsanträge bearbeitet die französische Steuerbehörde nur, wenn sie über die Depotbank eingereicht werden und wenn die deutsche Lagerstelle (in diesem Fall die deutsche Clearstream in Frankfurt am Main) bestätigt, dass die Aktien in einem deutschen Depot liegen. Das wird schnell teuer - die Spannen sind groß: Die ING-DiBa fordert für jeden Antrag 50 Euro, die Targobank 45,70 Euro, S Broker will satte 92,20 Euro, die Comdirect 20 Euro, Maxblue bearbeitet Erstattungsanträge kostenlos, Flatex dagegen überhaupt nicht. Wohlgemerkt: Es gut nur darum, ein vom Kunden ausgefülltes Formular weiterzuleiten. Dazu kommen die Gebühren von Clearstream - üblicherweise 71,40 Euro pro Dividendengutschrift, manche Bank berechnet etwas weniger.

Fazit: Die optisch hohen Dividenden französischer Aktien sind leider eine Fata Morgana. Besser ist es, die Hälfte der französischen Quellensteuer renditemindernd einzukalkulieren.

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