FINANZEN

Quellensteuer: So fordern Sie die Abzüge geschickt zurück

Quellensteuer: So fordern Sie die Abzüge geschickt zurück
10.12.2018 05:19:00

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Spanien



Seit Anfang 2015 sind spanische AGs für deutsche Investoren wieder attraktiver geworden. Nach einer Steuerrechtsänderung behält der dortige Fiskus 20 Prozent Quellensteuer auf Dividenden ein, 15 Prozent werden angerechnet, nur fünf Prozent müssen bei der zentralen Erstattungsbehörde in Madrid zurückgefordert werden. Über die Website des BZSt kann man das notwendige Erstattungsformular "Modelo 210" abrufen und online ausfüllen. Hier sind allerdings gute Englischkenntnisse erforderlich, denn auf Deutsch gibt es das Formular nicht. Gleiches gilt für die aktuell vom BZSt bereitgestellte Ausfüllhilfe. Tipp: Wer im Internet die Suchanfrage "Spanische Botschaft und Modelo 210" eingibt, erhält eine ältere deutschsprachige Version einer Ausfüllhilfe der spanischen Botschaft in Berlin. Damit kommt man gut allein klar. Die Spanier überweisen den Betrag in der Regel binnen sechs bis acht Monaten kostenfrei auf das Konto des Anlegers zurück.

Fazit: Die rückforderbare Quellensteuer beträgt nur fünf Prozent. Selbst wenn man sie abschreibt, stimmt die Rendite immer noch. Wer sich durch den Erstattungsantrag kämpft, erlebt verlässliche spanische Steuerbehörden.

Norwegen



Die Norweger verlangen 25 Prozent Quellensteuer - allerdings darf die deutsche Depotbank diese zunächst nicht auf die fällige Abgeltungsteuer des Anlegers anrechnen. Grund ist eine Besonderheit im norwegischen Steuersystem: Ausländische Investoren können in Norwegen zwischen zwei Erstattungsvarianten wählen. Bei Variante 1, der "Shielding Deduction", erhalten Aktionäre aus dem EU-Ausland die Quellensteuer insgesamt zurück. Bei Variante 2 können Anleger nachträglich eine Reduzierung der Quellensteuer von 25 auf 15 Prozent beantragen. Dann erhalten sie die überzahlten zehn Prozentpunkte aus Norwegen zurück. Die restlichen 15 Prozent können sie über die Steuererklärung als anrechenbare Quellensteuer nachträglich wiederbekommen.

Das Erstattungsverfahren ist unkompliziert und kostenfrei. Ein Formular gibt es nicht. Nur dreierlei ist nötig: Eine Ansässigkeitsbescheinigung des deutschen Fiskus (über das BZSt), den Dividendenbeleg, aus dem der Quellensteuerabzug hervorgeht, und ein formloses Anschreiben an die norwegische Erstattungsbehörde - am besten gleich die Kontoverbindung mit IBAN und BIC-Code angeben. Gut zu wissen: Da viele norwegische Unternehmen ihre Dividenden quartalsweise auszahlen, lohnt es sich, erst für das Gesamtjahr einen Sammelantrag zu stellen. Die Rückerstattung erfolgt in Norwegischen Kronen. Die heimische Bank wird also beim Rücktausch in Euro eine Wechselgebühr abzwacken.

Fazit: Dividendentitel aus Norwegen machen richtig Laune, und die Rückforderung von Quellensteuern kann man selbst bewerkstelligen. Überhöhte Gebühren lassen sich damit sparen.

Auf Seite 6: Quellensteuersätze bei Dividenden im Ländervergleich



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