STEUERN

US-Dividendenkönige: Vorsicht vor Steuerfallen!

US-Dividendenkönige: Vorsicht vor Steuerfallen!

WKN: 656990 ISIN: DE0006569908 MLP SE

5,30 EUR
-0,06 EUR -1,12 %
03.07.2020 - 08:03
29.09.2015 07:42:00

Seite 2 von 3



… und dann kommt die Steuer



So heiß der Tipp auch ist - steuerlich bergen MLPs einige Risiken für deutsche Investoren. Die Anteile sind börsennotiert und können täglich ge- und verkauft werden - mit Aktien haben die Anteilscheine dennoch wenig gemein. Es handelt sich genau genommen um die Beteiligung an einer amerikanischen Kommanditgesellschaft auf Aktien.

Anleger gehen damit eine direkte unternehmerische Beteiligung mit allen Chancen und Risiken ein. Das Tagesgeschäft der Firma wickelt ein sogenannter General Partner ab. Die Anleger werden als "Limited Partner" eingestuft und haben als reine Kapitalgeber keinen Einfluss auf geschäftliche Entscheidungen. Sie kassieren üblicherweise vierteljährlich "distributions" - das sind die erzielten Überschüsse der Firma.

Steuerlich handelt es sich bei diesen Ausschüttungen für deutsche Investoren allerdings nicht um Dividenden, sondern um gewerbliche Einkünfte aus einer US-Beteiligung, die ausschließlich in den USA steuerpflichtig sind. Das hat für deutsche Direktanleger fatale Folgen: Die Depotbank zwackt von den üppigen Ausschüttungen 39,6 Prozent US-Quellensteuer ab.

Theoretisch müssen deutsche Investoren in den USA alljährlich bis zum 15. April des Folgejahres eine Steuererklärung einreichen und ihre US-Einkünfte dort versteuern. Das wäre aus finanzieller Sicht sogar sinnvoll, weil in den USA Einkünfte bis zu 9225 Dollar nur mit zehn Prozent besteuert werden. Anleger würden also einen Großteil ihrer unfreiwillig vorausbezahlten Quellensteuern zurückbekommen. Das setzt aber voraus, dass man sich durch das komplizierte amerikanische Steuerformular kämpft.

Die US-Steuererklärung über einen Steuerberater einzureichen ist aufgrund der anfallenden Gebühren nur für Anleger sinnvoll, die große Summen investiert haben. Spart man sich den Papierkrieg mit dem US-Fiskus, passiert zwar nichts weiter, doch sind die hohen Quellensteuern unwiederbringlich fort. In der deutschen Steuererklärung (Formular Anlage AUS) muss man die US-Einkünfte in jedem Fall deklarieren - sie bleiben zwar hierzulande steuerfrei, erhöhen aber über den sogenannten Progressionsvorbehalt den Steuersatz auf das in Deutschland steuerpflichtige Einkommen.

Auf Seite 3: Die Alternativen



Seite: 1 | 2 | 3

Bildquelle: Istockphoto

Aktienempfehlungen zu MLP SE

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
11.06.20 MLP buy Hauck & Aufhäuser Privatbankiers KGaA
mehr Aktienempfehlungen

Aktien in diesem Artikel

Firma Holdings Corp 0,01 -16,67% Firma Holdings Corp
MLP SE 5,30 -1,12% MLP SE
pagehit