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Wohnungsmarkt: Ist das das Ende der Miet-Hausse?

Wohnungsmarkt: Ist das das Ende der Miet-Hausse?

WKN: A2JGMN ISIN: CA3609291032 GAR Ltd (A)

23.07.2019 03:30:00

Immobilien: Es mehren sich die Anzeichen, dass der Anstieg der Wohnungsmieten stark nachlässt. In manchen Hotspots sinken sie sogar schon. Von Bernhard Bomke, €uro am Sonntag

Die große Zeit der scheinbar unaufhaltsam steigenden Wohnungsmieten in den angesagten Regionen Deutschlands scheint vorbei zu sein. Mit F+B, Empirica und dem RWI Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung liefern gleich drei renommierte Adressen Hinweise darauf, dass die Mieten an stark nachgefragten Standorten in diesem Jahr häufig deutlich weniger stark steigen als im Miet-Boom-Jahr 2018 - oder gar leicht zurückgehen.

Das Hamburger Marktforschungsinstitut F+B, das im Frühjahr für Aufsehen gesorgt hatte, als es für das erste Quartal im bundesweiten Mittel einen Rückgang der Neuvertragsmieten gegenüber dem vierten Quartal 2018 von 0,3 Prozent meldete, bestätigt mit frischen Zahlen zum zweiten Quartal den Trend von leicht sinkenden oder stagnierenden Mieten bei neu abgeschlossenen Mietverträgen. Gegenüber den ersten drei Monaten blieben die Mieten demnach stabil. Aus den -0,3 Prozent im ersten Quartal wurden nun also 0,0 Prozent. F+B betrachtet die Preisentwicklung bei 75-Quadratmeter-Wohnungen, die zehn Jahre alt sind und deren Ausstattung als normal klassifiziert ist.

Mehr Neubau, weniger Zuzug


Zu den Städten mit rückläufigen Neuvertragsmieten gegenüber dem ersten Quartal gehört mit München die generell teuerste Großstadt Deutschlands. Dort ermittelten die Hamburger im Quartalsvergleich ein Minus von 2,2 Prozent. Auch an anderen vergleichsweise teuren Standorten wie Freiburg (-1,1 Prozent), Tübingen (-1,3 Prozent), Düsseldorf (-0,5 Prozent) und Mainz (-1,9 Prozent) gaben die Mieten nach.

Doch Vorsicht: Im Jahresvergleich, also gegenüber dem zweiten Quartal 2018, sind die Neuvertragsmieten in all diesen Städten weiter gestiegen. Bundesweit legten sie um durchschnittlich 0,7 Prozent zu. Ob die jüngsten Rückgänge eine generelle Trendwende bedeuten, ist also noch offen. Das gilt umso mehr, als die Bestandsmieten im zweiten Quartal noch mal um 0,3 Prozent gegenüber den ersten drei Monaten und um 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal zulegten.

Während das RWI den leichten Rückgang der Neuvertragsmieten im ersten Quartal vor allem damit erklärt, dass in den teuren Städten eher wenige Neuvermietungen in die Statistik eingingen, beobachtet Empirica in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart seit 2017 einen klaren Rückgang der Miet­steigerungen. 2019 zeichne sich mit 2,6 Prozent der geringste Mietanstieg seit 2014 ab. "Offenbar wächst die Nachfrage nicht mehr so viel schneller als das Angebot", deuten die Berliner den Trend. Mögliche Erklärungen für die gedämpften Mietzuwächse: "Der Zuzug ebbt etwas ab, die Einkommen mögen etwas langsamer steigen, doch vor allem hat der Neubau Fahrt aufgenommen."

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