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Hängepartie in Griechenland geht in Verlängerung

Hängepartie in Griechenland geht in Verlängerung
19.02.2015 08:23:00

Der Schuldenstreit zwischen Griechenland und der Euro-Zone wird immer mehr zur Hängepartie. Entgegen ersten Ankündigungen will die neue Regierung in Athen nun doch erst am Donnerstag um eine Verlängerung ihrer Rettungskredite bitten, um eine Staatspleite abzuwenden.

Die Bundesregierung bestand darauf, dass mit neuen Milliarden auch ein Bekenntnis zu den in Griechenland verhassten Reformauflagen verbunden sein muss. Die EU-Kommission suchte fieberhaft nach einer Lösung, bevor am Freitag ein Ultimatum der Euro-Zone abläuft.

Die griechische Regierung lehnt die bisherigen Spar- und Reformauflagen ab, riskiert ohne die weitere Unterstützung der Euro-Länder aber den Bankrott. Das jetzige Hilfsprogramm endet am 28. Februar. Während Griechenland zuerst erklärt hatte, es werde noch am Mittwoch einen "Antrag zur Verlängerung des Kreditabkommens" einreichen, wurde später mit dem Schritt am Donnerstag gerechnet. Finanzminister Yanis Varoufakis zeigte sich am Abend zuversichtlich, dafür die Zustimmung zu erhalten. Sollte das Gesprächsklima weiter so bleiben wie im Moment, werde es am Donnerstag auf Expertenebene "einen guten Abschluss geben". Die Euro-Gruppe dürfte dann am Freitag bei einer Telefonkonferenz ihren Segen geben, zeigte er sich überzeugt.

Als zentrale Frage blieb, ob die Zusagen der Griechen den Gläubigern reichen, um dringend benötigtes frisches Geld nach Athen zu überweisen. Bis Juni muss das Land allein an den Internationalen Währungsfonds (IWF) 5,2 Milliarden Euro zurückzahlen. In Juli und August sind weitere 6,7 Milliarden Euro für Anleihen im Bestand der Europäischen Zentralbank (EZB) fällig. Ohne Hilfe der Euro-Länder sind diese Zahlungsverpflichtungen wohl nicht zu stemmen. Einem Insider zufolge geht den Griechen im dem Fall bis spätestens Ende März das Geld aus.

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