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Leitzins auf 0,0 Prozent

Leitzins auf 0,0 Prozent
18.07.2013 08:44:51

Deutschlands führende Vermögensverwalter haben sich für eine Fortsetzung der expansiven Geldpolitikdurch die Europäische Zentralbank (EZB) ausgesprochen. Das geht aus der ersten Ausgabe des neuen Asset Manager Barometers von BÖRSE ONLINE und der Berliner Kommunikationsagentur FinComm hervor.

Danach sprachen sich 73 Prozent der befragten Anlageexperten für weiterhin niedrige Zinsen in der Eurozone aus, 27 Prozent plädierten dagegen für ein Ende der Politik des billigen Geldes, wie das zuletzt auch in den USA diskutiert wurde.

Im europäischen Vergleich sei derzeit nur die konjunkturelle Lage „in Deutschland gut“. Die meisten anderen Länder benötigen „weiterhin eine expansive Geldpolitik“, sagte etwa Christian Funke von der Vermögensverwaltung Source For Alpha.

Ähnlich äußerte sich auch Martin Wilhelm vom Institut für Kapitalmarkt. Die Arbeitslosenquote in der Eurozone liege durchschnittlich bei zwölf, in den Südländern bei rund 25 Prozent. Angesichts dieser Ausgangslage sei es noch „ein weiter Weg bis zu einer Lockerung durch die EZB“.

Statt den Leitzins anzuheben, plädierten zahlreiche Finanzexperten gar für eine aggressivere Geldpolitik. Kurzfristig solle die EZB „über eine weitere Senkung des Leitzinses auf 0,0 Prozent“ nachdenken, empfahl Stefan Eberhardt von der Unikat Finanzmanagement und Vermögensverwaltung. Auch Marco Herrmann von der Fiduka-Depotverwaltung sprach sich für ein forscheres Vorgehen aus: Die EZB sollte „eher noch etwas Gas geben“. Nötig sei in der Eurozone „entweder ein Unternehmensfinanzierungs- Programm oder eine echte quantitative Lockerung, bei der die EZB Anleihen aller Staaten erwirbt“.

Die US-Notenbank hat bereits eine Fortsetzung ihrer Niedrigzinspolitik angekündigt. Entsprechende Aussagen von Fed- Chef Ben Bernanke hatten in den vergangenen Tagen für eine weltweite Rally gesorgt. Viele Vermögensverwalter waren von Bernankes Kurs indes nicht überrascht: Die US-Konjunkturdaten seien „immer noch zu schlecht“, so Wolfgang Köbler von der KSW Vermögensverwaltung. Daher könne sich die Fed nicht zurückziehen. Ähnlich äußerte sich Reiner Welz von Ametos Invest: Die US-Wirtschaft sei für eine Zinserhöhung noch „zu fragil“. utz


Bildquelle: Finanzen Verlag GmbH
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