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Was Ökonomen zur Pressekonferenz mit EZB-Chef Draghi sagen

Was Ökonomen zur Pressekonferenz mit EZB-Chef Draghi sagen

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08.04.2020 - 10:59
04.09.2015 12:42:00

Die Europäische Zentralbank (EZB) will die Feuerkraft ihres Riesen-Anleihekaufprogramms falls erforderlich erhöhen. Zuvor hatten die Währungshüter erwartungsgemäß den Schlüsselzins im Euro-Raum unverändert auf dem Rekordtief von 0,05 Prozent gelassen. Hier die ersten Reaktion von Ökonomen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) will die Feuerkraft ihres Riesen-Anleihekaufprogramms falls erforderlich erhöhen. Das Programm mit einem Umfang von 1,14 Billionen Euro laufe bis September 2016, könnte notfalls aber verlängert werden, sagte EZB-Chef Mario Draghi am Donnerstag nach der Ratssitzung in Frankfurt. Mit der Geldschwemme will die EZB die Konjunktur anschieben und die nach ihrer Sicht unerwünscht niedrige Inflation nach oben treiben.

Zuvor hatten die Währungshüter erwartungsgemäß den Schlüsselzins im Euro-Raum unverändert auf dem Rekordtief von 0,05 Prozent gelassen. Ökonomen sagten zu Draghis Äußerungen in ersten Reaktionen:

ULRICH LEUCHTMANN, COMMERZBANK:



"Mit der Anhebung der Obergrenze beim Kauf von Anleihe-Gattungen hat EZB-Chef Mario Draghi die Tür für eine Ausweitung oder Verlängerung des QE-Programms offengelassen. Zudem hat er sich sehr pessimistisch über die Inflationsaussichten geäußert. Das belastet natürlich den Euro."

CYRUS DE LA RUBIA, HSH NORDBANK:



"Die Reaktion der Märkte zeigt, dass die Anleger auf eine Ausweitung des Anleihenkaufprogramms der EZB spekulieren. EZB-Chef Mario Draghi hat sich darauf in seiner Erklärung allerdings nicht festgelegt. Aus unserer Sicht wird es auch nicht dazu kommen, denn bis September nächsten Jahres ist es noch lang hin und bis dahin kann in puncto Inflation und Wachstum der Euro-Zone noch viel passieren."

RALF UMLAUF, HELABA:



"EZB-Chef Draghi ist darum bemüht, keinen Zweifel an der Handlungsbereitschaft der EZB aufkommen zu lassen, konkrete Hinweise auf baldige Maßnahmen - wie zum Beispiel die Ausweitung des QE - gibt es aber nicht. So verwies Draghi zwar auf neue Abwärtsrisiken für die Wirtschaftsentwicklung, ausgehend von den Risiken einer schwächeren globalen Wirtschaft, der stimulierende Effekt der Ölpreisschwäche und die Wirkung der expansiven Geldpolitik sollten die Binnenwirtschaft aber stärken. Auch hält der EZB-Chef mögliche negative Inflationsraten in den kommenden Monaten für vorübergehend."

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Bildquelle: Ralph Orlowski/Reuters

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